Zu schön um wahr zu sein: L’Oreal muss Werbekampagne stoppen

In erster Linie bin ich natürlich tottraurig, weil der Kosmetikkonzern L’Oreal seine Kampagne mit der wahnsinnig hübschen, ultra-sexy Christy Turlington nicht weiterführen darf. Statt dem Topmodel muss ich mir an den diversen Plakatwänden britischer Städte also irgendwelche minder schönen Werbegesichter anschauen. Das betrübt mich.

Andererseits hat es aber auch etwas Gutes, wenn die britische Advertising Standards Authority (ASA), also die Behörde, die die gesamte britische Werbung überwacht, eine mehr als glatte Kampagne stoppt. Die Begründung: Die Bilder seien übertrieben und irreführend – also schlicht zu schön um wahr zu sein.

Die Zeitung “Independent” spricht schon von einem bedeutenden Schlag gegen das Airbrushing, also das Glätten der Hautoberfläche, mit dem Ziel die Haut einheitlicher, reiner und so natürlich schöner aussehen zu lassen.

Wir alle kennen ja das Problem: Manche Menschen sehen auf den Fotos ihrer Facebook-Seite strahlend schön aus – und trifft man sie dann auf der Straße, im Flugzeug oder im Nachtclub, erkennt man sie ob ihrer Hässlichkeit kaum wieder. Die Aktion der ASA hat also hoffentlich eine Strahlkraft, die bis ins Private reicht und uns allen endlich das Recht auf Hässlichkeit zurück gibt!

Wo ich jetzt aber so genau darüber nachdenke, möchte ich das aber doch nicht. Denn auf der Straße kann man ja die Straßenseite wechseln, im Flieger in die Businessclass upgraden und im Nachtclub einfach drei Schnäpse mehr trinken, dann hat sich die Sache mit der Hässlichkeit auch erledigt.

Wie dem auch sei: Wir fordern mehr Christy Turlingtons im Straßenbild und freuen uns, dass die Kampagne in Deutschland genau so gezeigt werden darf wie sie ist – also wunderschön. Christy, falls du das liest, we love you (wirklich wahr)!

Bilder: horizont.net; gq-magazine.co.uk

Tags: christy turlington, kampagne, L'Oreal, werbung

Von: Carl Jakob Haupt

Instagram