XXXtentacion

😈👿

XXXtentacion ist einer der Typen, bei denen das Aussehen ihren Charakter offensichtlich ziemlich gut widerspiegelt: ein irrer, wahnsinniger, diabolischer Typ.

Zuletzt: links blonde, rechts dunkle Dreadlocks, im Gesicht tätowiert: „NUMB“ und „ALONE“, dazu der Blick eines Besessenen. Er gehört zu den Künstlern, bei denen 2018 alles möglich scheint: Weltruhm, Gefängnis, Tod (+ Unsterblichkeit)?

Sein Durchbruch gelang X, wie er von seinen Buddies genannt wird, mit „LOOK AT ME!“ – ein Song, den er Ende 2015 auf SoundCloud veröffentlichte. Es dauerte fast ein Jahr, bevor der Song richtig abging, doch es wurde gewaltig, aktuell: 102 Millionen Views.

Es folgte mit „17“ ein Album, welches mehr Indie als Hip Hop ist, in dem der Musiker zur Gitarre über seine Depressionen und Selbstmordgedanken singt. Gott Kendrick Lamar lobte „17“ in den höchsten Tönen auf Twitter.

X ist Teil einer neuen Bewegung von Künstlern, zu denen wir auch YUNG LEAN oder den kürzlich verstorbenen LIL PEEP zählen, die sich nicht mehr nur einem Genre zuordnen lassen. Sie sind Kinder des Internets, daher extrem Social Media-affin, rappen oder singen in teils verstörender Ehrlichkeit über ihre inneren Dämonen, mit denen sie ihre Kämpfe austragen. Bei XXXtentacion richtet sich seine Gewalt nicht nur gegen sich selbst, sondern allem Anschein nach auch gegen seine schwangere Ex-Freundin, Fans und seine rappenden Kollegen.

Geneva, seine Ex, wirft ihm häusliche Gewalt, Freiheitsberaubung und Zeugen-Manipulation vor, am 11. Dezember wird ein Gericht klären, was an den Vorwürfen ist. Bei den Kollegen von Pitchfork kann man nachlesen, wie konkret ihre sehr heftigen Beschuldigungen lauten. Jahseh Onfroy, so sein bürgerlicher Name, plädiert auf unschuldig.

Doch sein obsessiver Hang zur Gewalt lässt sich nicht abstreiten. Bei YouTube gibt es sogar eine „Fight Compilation“ von ihm zu sehen. Es kam des öfteren vor, dass X sich mit seinen Fans prügelt. Auf der Bühne wirkt er teilweise wie in Trance – ein Mix aus einem westafrikanischen Voodoo-Meister und britischen Punk-Frontmann der 1970er – unberechenbar. In seinen Tracks  bedient sich X diverser Genres wie Emo, Indie-Rock, Hip Hop, 90er Jahre R&B, New Metal und EDM. Zu seinen Einflüssen zählt X unter anderem Nirvana, mit deren Frontmann Kurt Cobain er den Hang zur Selbstzerstörung teilt.

Oder auch Bands wie Papa Roach, Odd Future oder Immportal Technique. Sein Sound, den er anfänglich am heimischen Laptop zusammengemixt hat, steckt voller roher Energie, unglaublich direkt. Wichtig ist ihm, dass er nicht als Rapper gesehen wird, denn er will nicht auf ein Genre limitiert werden.

Seine selbst erklärte Mission: Er will der größte Künstler aller Zeiten werden. Wenn er sich oder niemand anderes zuvor umbringt, ist sicherlich alles möglich.

 

Category: News

Tags: Emo-Rap, Lil Pump, XXXtentacion

Von: David Kurt Karl Roth

Instagram