Wie Instagram die Mode beeinflusst

Es gab Zeiten, da waren Fotoapparate bei Fashion Shows nicht zu gelassen. Die Kamera, so glaubte man, sei nicht das richtige Medium, um Mode darzustellen. Mode wurde gezeichnet und erst Wochen später als Illustration in den Magazinen veröffentlicht.

Heute ist jeder Besucher einer Fashion Show auch Fotograf. Wenn das erste Model über den Catwalk schreitet, wird das I-Phone in die Luft gereckt, um das Bild innerhalb weniger Minuten auf Facebook oder Instagram zu teilen.

Habt ihr schon mal versucht mit einer Handykamera ein gutes Foto von einem laufenden Model zu machen? Unmöglich, ein Großteil der Fotos, die zu Fashion Week Zeiten die sozialen Netzwerken überschwemmen, sind unscharf, unschön und irgendwie irrelevant, weil erkennen lässt sich ja sowieso nichts auf ihnen. Doch Modemacher sind abhängig von guten Fotos.

Denn ‘Fashion Shows’ sind in erster Linie Presse-Events. Modemacher investieren tausende Euro in Lichttechnik, damit die Presse auf dem ‘Media Riser’ qualitativ hochwertige Fotos von der präsentierten Kollektion schießen kann. Doch auch perfektes Licht reicht nicht aus, um einen guten ‘Snapshot’ mit der Handycam aus der Frontrow zu schießen

Bei den AW 2014 Männermodeschauen begannen Designer – in London (KTZ), Paris (DRIES VAN NOTEN) und Berlin (MADS DINESEN) – damit ihre Models nach dem ‘Final Walk’ in einer Reihe am Ende des Catwalks aufzustellen, so konnten die Besucher der Shows  aus nächster Nähe problemlos ein gutes Bild von der jeweiligen Kollektion machen. Hier zeigt sich der Einfluss der über die Jahre erstarkten Fotosharing-App Instagram. 

In der aktuellen Ausgabe des i:D Magazine stellt man sich die Frage, wie zukünftig Mode präsentiert wird. Während der AW 2014 Men’s Fashion Shows gab es einen ersten Ausblick. Denn wie Mode präsentiert wird, hängt in großen Maße davon ab, über welches Medium sie verbreitet wird.

Von: David Kurt Karl Roth

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