Wie ein Terrorist über den Catwalk: Maskierte Models

Es gibt Anlässe, da ist es unabdingbar eine Maske zu tragen:

Beim “Antanzen” auf dem Kölner Karneval, zum Beispiel. Oder aber beim Raubüberfall der nächsten Sparkassen Filiale. Und auch auf dem Catwalk kommen immer öfter Masken zum Einsatz.

Eine Entwicklung, die durchaus bemerkenswert ist, denn durch die zum Einsatz kommenden Masken wird die Identität des Models für nichtig erklärt. Und das in der Hochphase vom durch Snapchat, Instagram und Co. befeuerten Personenkult um Models.

Aktuelles Beispiel dafür ist das Berliner Label SADAK, das am vergangenen Dienstag einige seiner Models mit tuchverhangenen Gesichtern auf den Laufsteg am Brandenburger Tor schickte.

Auch die harten Dänen von Han Kjøbenhavn lassen bei ihren Shows die Models seit jeher mit zur Kollektion passenden Masken über den Catwalk laufen.

Bei Moncler Gamme Bleu, der Zusammenarbeit von Moncler und dem US-amerikanischen Designer Thom Browne, arbeitete man vor wenigen Tagen in Mailand mit Skimasken, um die Models einen All Over-Camo-Look präsentieren zu lassen, der mehr All Over nicht sein könnte.

Besonders dieses Beispiel erinnert in Ästhetik und Vibe stark an den IS oder andere Terrororganisationen, deren martialisch-brachialer Look derzeit besonders oft der Mode als Inspiration dient.

Natürlich dürfen Masken auch bei DEM Gegenentwurf zur Selbstinszenierung in der Modebranche nicht fehlen:

Das Maison Margiela vermummte bereits 2013 die Models mit teils auffällig glitzernden Masken ein, welche dem großen Kanye West so sehr gefielen, dass er sich vom Hause Margiela seine gesamte Tour-Garderobe, natürlich inklusive Masken, entwerfen ließ.

Etliche Labels, darunter Tonsure oder Manuel Bolaño nutzen Maskierungen zudem in ihren Lookbooks, um die Themen ihrer Kollektionen erneut aufzugreifen. Vielleicht aber auch einfach, um Kosten zu sparen und anstatt teuer Models ihre weniger attraktiven Freunde, die sowieso am Set rumlungern, in den neuen Kollektionen abzulichten.

So oder so: Wir sind natürlich große Freunde des Masken-Trends. Und das nicht nur, weil so das Hauptaugenmerk weniger auf Einzelpersonen und mehr auf den Kollektionen selbst liegt. Sondern auch und vor allem, weil die Maskierungen einfach verdammt kriminell, gefährlich und angsteinflößend wirken.

Und das finden wir sowieso immer gut.

Text: David Jenal

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Category: Special

Tags: Han Kjøbenhavn, Moncler Gamme Bleu, Sadak

Von: David Kurt Karl Roth

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