Wie ADIDAS so kool wurde, dass wir eine Party mit ihnen machen

Kein anderes deutsches Unternehmen ist in der Modebranche derzeit so erfolgreich und beliebt wie ADIDAS. Logisch, dass wir es uns nicht nehmen lassen, unsere gleichermaßen legendäre wie gefürchtete Fashion Week Party in dieser Saison gemeinsam mit dem Weltkonzern aus Franken zu schmeißen.

Doch wie ist es dazu gekommen, dass ADIDAS in Modekreisen zu einem ebenbürtigen Konkurrenten des großen Wettbewerbers NIKE geworden ist und vor allem in Sachen Hype momentan die Nase vorn hat?

So richtig begonnen hat der Siegeszug der Herzogenauracher 2014. Modegrößen wie Marc Jacobs, Phoebe Philo und Raf Simons begannen plötzlich, den ADIDAS “Stan Smith” zu tragen. Der Tennis-Sneaker avancierte daraufhin innerhalb kürzester Zeit zum Liebling der gesamten Branche. Ausnahmslos jeder trug den weißen Klassiker.

Noch immer findet man vor den großen Schauen in Paris und Mailand den ein oder Anderen Blogger, der im Jahr 2014 hängengelieben zu sein scheint und weiter seine “Stan Smith” mit Comme des Garcons-Shirt, Acne Jeans und Wood Wood-Schal kombiniert. Gähn! Die Coolcats sind da schon weiter – und ADIDAS natürlich auch.

Spätestens mit dem nicht weniger kleinen Hype um den ADIDAS “Superstar” im darauffolgenden Jahr näherte die zweite große Zeit des “Stan Smith” sich ihrem Ende. Ganz Deutschland schien plötzlich Superstar zu tragen, und das in allen nur erdenklichen Ausführungen und Farben: Pharrell schaffte es sogar, den Schuh in 50 (!) verschiedenen Pantone-Farben zu verkaufen. Der breiten Masse hat das sehr gut gefallen und selbst Top-Stylisten liefen den Sommer über ausschließlich in rosafarbenen “Superstars” durch Neukölln.

Für die Modebranche nicht zu unterschätzen ist die Stahlkraft der unzähligen Zusammenarbeiten mit Modedesignern, unter ihnen Rick Owens, Yohji Yamamoto und nicht zuletzt Raf Simons, dessen Entwürfe für ADIDAS die vielleicht visionärsten Sneakers der vergangenen Jahre hervorgebracht haben.

Und auch die Zusammenarbeit mit einem vergleichsweise kleinen, neuen Label fand große Beachtung in der Branche: Die gemeinsamen Kollektionen mit PALACE SKATEBOARDS zitieretn Retro-Fußballtrikots, der Jogginganzug wurde wieder cool gemacht und ein sportlich-hooliganmäßiger Look kreiert. Der kam und kommt besonders bei den Londoner Cool Kids gut an, die seit einiger Zeit dem Nu Lads-Stil verfallen sind und vor allem ein Label ins Herz geschlossen zu haben scheinen: ADIDAS.

In Russland nimmt der Hype um den Sportartikelhersteller noch einmal ganz andere Dimensionen an. Im Internet kursieren Bilder von Gabelstaplern mit drei Streifen und einem Jungen, der sich Logo und Streifen auf seinen Abschlussball-Anzug genäht hat. Das ist: verdammt gut!

All diese teils extrem lässigen Styles und Trends werden nun seit einem Jahr von dem von Kanye West propagierten Fuccboi-Stil überschattet, den wir noch nie so richtig gut fanden und den so langsam wirklich NIEMAND mehr sehen kann (in Düsseldorf und Stuttgart scheint man das allerdings noch nicht so recht gehört zu haben).

Die Kombination aus ADIDAS Yeezy-Sneakern, enger, mit Lederaufnähern versehener Hose, T-Shirt bis in die Kniekehlen, dunkelrotem Samt-Hoodie und olivgrüner Bomberjacke sieht nicht nur verdammt dämlich aus. Sie wird auch von Rappern, Fußballern und der Dorfjugend so inflationär getragen, dass bei uns mittlerweile der Würgereiz einsetzt, sobald wir einem Fuccboi auf der Straße begegnen. ADIDAS hierfür an den Pranger zu stellen, wäre an dieser Stelle natürlich nicht ganz fair. Ganz unschuldig an der Entwicklung ist die Zusammenarbeit mit Kanye West aber auch nicht.

Der letzte große Wurf aus Herzogenaurach ist nun der NMD, zu dessen Ehren wir am kommenden Dienstag (19.1.) auch zur Party laden. Inspiriert ist der Sneaker von Retro-Modellen aus dem Herzogenauracher ADIDAS-Archiv. Diese Inspiration trifft auf modernste Technologien, so entsteht ein zukunftsweisender Schuh.

Für genau diese Zukunft wünschen wir uns: Weniger Yeezy, mehr Palace, mehr Russen. In jedem Fall: mehr ADIDAS.

Und wer jetzt immer noch nicht weiß, was er bei unserer ADIDAS x DANDY DIARY Party anziehen soll, dem wissen wir nun wirklich auch nicht mehr zu helfen. Oi!

Text: David Jenal

adidas style 2

Category: Trends

Von: Carl Jakob Haupt

Instagram