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NEWS

 

Wegen Lance Armstrong: Boykottaufruf von OAKLEY-Brillen

Weil Lance Armstrong gedopt hat, wurden ihm alle Tour de France-Titel nachträglich wieder aberkannt. Das finden wir unfair. Immerhin war er doch der Schnellste. Und darum geht’s doch schließlich beim Radrennen: der schnellste sein.

Na gut, vielleicht haben wir diesen komischen Sport mit den schmalbrüstigen Männern auch nie richtig verstanden. Wovon wir allerdings eine ganze Menge verstehen, ist Mode. 

Wir propagieren zum Beispiel seit Monaten, dass Radfahrer-Sonnenbrillen wieder angesagt sind. Dazu stehen wir auch nach wie vor. Jetzt sogar mehr denn je. Denn Doping finden wir super! Und Lance sowieso!

Was wir allerdings ganz und gar nicht okay finden, ist, dass die Sonnenbrillen-Firma OAKLEY ihren Sponsoring-Vertrag mit Lance Armstrong aufgelöst hat. Die piekfeinen Herren möchten sich ihre Finger also nicht an Lance schmutzig machen.

Das finden wir absolut ungerechtfertigt. Der Mann hat schließlich nur ein bisschen gedopt. Ist doch nicht schlimm, ihr Kacknasen. Beruhigt euch mal und gebt ihm seine Titel zurück. Und seine Sponsoring-Gelder. Und seinen Hoden!

Wie dem auch sei. Wir sind stinksauer! Also rufen wir zu einem Boykott von OAKLEY-Brillen auf!

Kauft nicht bei OAKLEY! (Aber kauft trotzdem sportliche 90er Jahre Sonnenbrillen, denn die sind schließlich arschkool!)

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TRENDS

 

Das Ende von Health Goth?

Im August haben wir erstmalig über den Trend Health Goth berichtet.

Die Begriff zum Trend stammt von Mike Grabarek und Jeremy Scott – einem R’n’B Duo (Magic Fades) aus Portland, USA – sie erstellten April 2013 eine #healthgoth Facebook Fanpage.

Auf ihrer Facebook Seite posten sie alles was sie zur Health Goth Welt zählen: Schwarz-weisse PORSCHE DESIGN Performance-Sneaker, Kampagnenbild der H&M x Alexander Wang Kooperation, NORTHFACE Etip Handschuhe, bionisch-futuristische Körperteile und Kampfmonturen für den Übermensch der fernen Zukunft.

Die Health Goth Fanpage gewann schnell an Zuwachs. Die Welt der HealthGother schien in Ordnung. Doch dann kam das erste böse Mainstream-Medium – die französische Frauenzeitschrift Marie Claire – und berichtete vor fünf Tagen über den Trend: Health Goth – the Latest Trend You’ve Never Heard of

So erklärte die Marie Claire ihren Leserinnen den Trend:

…it’s a very modern mix of gothic and punk sensibilities (think dark colours, figure-hugging silhouettes and heavy statement accessories) and futuristic sport-luxe. Weird? Very. Cool? Apparently.

Die Health Goth Szene (also: alle, die ganz undergroundig auf der Health Goth Facebook Seite rumhängen, waren entsetzt. Man hatte ihre Bewegung verraten. Entzürnte Health Gother tippten wutentbrannt R.I.P. Health Goth in die Tasten ihres MACs:

Auch das australische Oyster Magazine, das im Gegensatz zur Marie Claire, zu den Guten, den Medien gehört, denen man Insiderwissen zugesteht, titelte: RIP The Trend That Never Was. Doch markiert der Marie Claire Artikel wirklich das Ende von Health Goth?

Es ist der Anfang vom Ende, nicht das Ende. Die modische Vorhut (eine Handvoll Wissender) wird schnell weiterziehen, auf zum “Next big thing”, doch die breite Masse wird erst durch Medien wie der Marie Claire auf den Trend aufmerksam gemacht. Der Trend ist also gerade erst dabei so richtig ins Rollen zu kommen (Merci, Marie!).

Health Goth ist ein Trend, der wie Seapunk im Internet entstand. Es ist das Zukunftsmodell für die Entstehung von Trends (und wie man sieht auch schon das gängige Modell der Gegenwart). Das Internet ist ein gigantischer Multiplikator und Beschleuniger. Früher hat es Jahre gedauert bis ein Trend vom Underground in den Mainstream gelangte. Die Eintrittsbarrieren um Teil einer Bewegung zu sein, waren deutlich höher:

Man lehnte sich gegen die Eltern auf (Hippie). Man hing schwarz-geschminkt mit gruseligen Gestalten auf Friedhöfen rum (Gothic). Oder trank den ganzen Tag, pöbelte, grölte und durchlöcherte einen Großteil seines Körpers mit Piercings (Punk).

Heute sitzt man zu Hause vor dem Laptop, lädt Bilder hoch, kommentiert, liked und shared (Health Goth). Nie war es leichter Teil einer Bewegung zu sein, daher ist es kein Wunder, dass eine Bewegung schneller im Mainstream landet als ein Karnickel ficken kann.

Eine Konsequenz unser Zeit. Nicht das Aufgreifen des Trends vom Mainstream ist verwerflich, sondern das gespielte Entsetzen vom virtuellen Underground, welcher sich verraten fühlt.

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