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NEWS

 

Was soll ich bloß anziehen? – Hochzeit in St. Tropez

Morgen in aller Frühe mache ich mich auf den Weg gen Süden. Wiedermal geht’s nach Frankreich, diesmal aber nicht nach Paris, sondern (wie die Überschrift verrät) nach St. Tropez. Dort findet eine, wie könnte es anders sein, Traumhochzeit statt. Selbstverständlich auf einer der Küste vorgelagerten Insel. Das ganze wird, so stelle ich es mir zumindest seit Tagen, nein, seit Wochen vor, eine unglaublich mondäne, luxuriöse und hollywoodeske Feier mit kistenweise Champagner und allem, was sonst noch so dazu gehört.

Leider besteht mein Kleiderschrank zu einem Drittel aus Calvin Klein Unterhosen, einem weiteren Drittel aus verwaschenen Unterhemden und im letzten Drittel aus irgendwelchem Ethno-Mist und einer “Mission Accomplished”-Jeansjacke mit aufgenähter US-Flagge. Davon kann ich natürlich nichts gebrauchen, für die Hochzeit. Ich will ja nicht aussehen, wie ein Lump. Zumindest nicht während der Zeremonie.

Diverse Spielschulden und ein ausgeprägter Hang zu teuren arabischen Restaurants haben mein Budget jedoch soweit eingeschrumpft, dass mir nichts anderes übrig blieb, als zum örtlichen In-Store der schwedischen Underground-Marke H&M zu flitzen und schnell mal zwei Anzüge auszutesten (siehe Bild). Jetzt ist die große Frage: will ich im grauen Anzug wie ein norddeutscher Sparkassenberater durch den warmen Sand der Provence flanieren oder im creme-weißen Anzug wie ein zwielichtiger Zuhälter alle Hochzeitsgäste verschrecken? Ich bin mir wahnsinnig unsicher, tendiere aber zum Luden-Look in creme-weiß – denn alles ist besser als wie Sparkassenmitarbeiter zu wirken.

Entscheidungshilfe erbeten! Sollte ein findiger Mitarbeiter von Prada, der genre Anzüge verschenkt, mitlesen: Die Sache mit dem Anzug ist keineswegs entschieden. Ich würde mich sicherlich auch von einer anderen Marke überzeugen lassen. Ist ja klar.

LOOKS

SPECIAL

 

Dandy Diary Rattenflitzen

David und mich eint neben der gemeinsamen, harten Arbeit hier bei DANDY DIARY vieles: wir standen beide auf unsere schwarzhaarige VWL-Lehrerin und auf Janine aus der ersten Reihe, waren in den 90ern BVB-Fans, lieben die kleinen 0,25-Liter Heineken-Flaschen und feurig scharfes veganes Essen, wir lesen beide immer sonntags den Spiegel und, und, und, und, und – es gibt da sehr viel. Und: wir hassen nichts mehr als Ratten.

Wobei Hass krass untertrieben ist. Wir haben eine gehörige Scheiss-Angst vor den Viechern, sodass David einst in einem Restaurant in Shanghai, in dem er während des Essens eine Ratte flitzen sah, kreischeind mit einem Satz auf den Tisch sprang, und ich mich in New York vor den Attacken meiner Geschwister in Acht nehmen muss, die sich einen höllischen Spaß daraus machen, gegen die überall rumliegenden Müllsäcke zu treten, in denen logischerweise immer mindestens eine fettgefressene Ratte hockt und dann panisch raus- und mir möglichst über den Fuß springt. Allein der Anblick einer Ratte führt bei uns sonst so harten Mode-Typen zu Schockstarre, spitzen Schreien, purer Verzweiflung und dem ein oder anderen peinlichen Sprung. Einer von uns hat sich vor Schreck und Todesangst sogar mal selbst angepinkelt. Wer das war, verraten wir der Fairness halber aber nicht.

Als wir dann neulich geschäftlich in Mumbai (Indien) waren, lauerte die bis dato härteste Prüfung in Sachen Ratten auf uns. Etwa die Hälfte der 12 Millionen Einwohner lebt in Slums, davon viele ohne festes Haus und somit ohne Wasser und ohne Toilette. Große Teile der Stadt gleichen einer Müllhalde: überall liegen Plastikmüll, Schrott, tote Katzen, undefinierbare braune Pfützen. Und es gibt erschreckend viele Ratten. Irrsinnig viele. Brutal viele. Ekelhaft viele.

Während die Menschen in Mumbai offensichtlich größere Probleme haben, als sich um die an allen Ecken hockenden, gemächlich futternden Ratten zu kümmern, standen wir idiotischen, verwöhnten Westler permanent unter Strom. Wir hatten saumäßig Schiss vor den Biestern – unseren ärgsten Feinden.

Um euch ungefähr eine Vorstellung davon zu geben, wie wir in dauernder Angst durch die engen Gassen Mumbais flitzten, um bloß nicht auf eine Ratte zu treffen, haben wir ein Video davon gedreht, das ihr euch hier anschauen könnt. Wir flitzen darin in atemberaubender Geschwindigkeit an den einzigen Ort, an dem es keine Ratten gab: ans Meer. Dort harrten wir drei Tage und Nächte aus, dem verdursten Nahe, und ließen uns dann von der goldenen Segelyacht eines befreundeten Trilliardärs abholen und zurück ins saubere, kalte und etwas weniger rattige Berlin fliegen.

 

 

Beim Rattenflitzen trugen wir Converse Chuck Taylor “Rubber” Schuhe, David eine Hose von Weekday und ein Shirt von Hugo Boss, ich Wifebeater und Hotpants von American Apparel.

Von: Jakob

 

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Bake in the sun Candy Dave! Pic by @tanzekind

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