VOGUE: Adolf Hitler Homestory

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„…wir bei VOGUE  sind der Meinung, dass Wegschauen keine Option ist und jede/-r, die/der über eine Plattform verfügt, diese nutzen muss, um sich entschlossen gegen Hass und Rassismus zu positionieren und sich für ein tolerantes, offenes und friedvolles Miteinander einzusetzen.“

Vor zwei Tagen las ich noch diese Zeilen bei der VOGUE („So wurden auf der Berlinale klare Statements gegen Rassismus gesetzt – und warum es für uns alle Pflicht ist, uns zu positionieren“) – ein lobenswertes Statement zum rassistisch motivierten Terroranschlag in Hanau.

Gestern stand ich dann in München im Haus der Kunst, das nach seiner Eröffnung 1937 als „Haus der Deutschen Kunst“ diente, inmitten von „Ruinenwert“, einer Installation von Henrike Naumann, einer Künstlerin, die sich mit der Ästhetik von Privaträumen und Rechtsterrorismus auseinandersetzt.  Sie hat für die Gruppenschau „Innenleben“ den großen Empfangssaal von Hitlers Obersalzberg mit E-Bay Funden und Möbeln aus dem Depot des Museums, entworfen in den 1930ern von Hitlers Innenarchitektin Gerdy Troost, nachgebaut.

Und während ich hinab blicke auf einen Hocker, bedeckt von lilafarbenen Plüschkissen, erfahre ich via Audioguide, dass die VOGUE mal eine Hitler Homestory produziert hat, zu Hause recherchiere ich, allzu viel Informationen gibt es nicht, doch, tatsächlich die US Vogue hat für die Ausgabe Fig. 55 / 15. August, 1936, eine Geschichte zu den Privaträumen von Hitler, Mussolini und Eden produziert:

„When these makers of foreign policies go home, they go middly to these places. All of these rooms are obviously characteristic of man and country…“

Damals wurde die Plattform VOGUE genutzt, um Hitlers „hiding Spot at little Berchtesgarden in southern Bavaria“ vorzustellen. Ein VOGUE  Statement zu aktuellen Ereignissen in Zusammenhang zubringen mit einer Adolf Hitler Homestory, die 1936 produziert wurde, zu einem Zeitpunkt, an dem nicht abzusehen war, wie brutal Hitler in die Geschichte eingreifen wird, ist nicht korrekt.

Und doch so herrlich absurd, dass wir nicht umhinkommen genau diesen Kontext herzustellen und von Hitlers VOGUE Homestory zu berichten: „On the side of a mountain, the chalet has a suburban neatness, with a sun porch and canaries, and its rooms, like this one, a cozy podge of clocks, dwarfs, and swastika cushions. Nothing at Wachenfeld suggests the „agitated simplicity“ of his Berlin home, the constant exercise of his power as governmental art dictator. (He is the author of the classic comment: „There exists no art art except Nordic-Grecian“.)

Ob Björn Höcke ähnlich „gemütlich“ wohnt? Wer blickt hinter die Kulissen und zeigt uns tolle Beispiele beeindruckender Wohn- und Einrichtungsideen?

Category: #dandydiaryspace

Tags: Adolf Hitler, Hitler, Mussolini, US Vogue

Von: David Kurt Karl Roth

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