Unmodern: Paris plant Gesetz gegen Magermodels

Die französische Regierung plant, die Beschäftigung von so genannten Magermodels, also sehr dünnen Mannequins, per Gesetz zu verbieten. Bei Verstößen gegen das geplante Gesetz, sollen sechs Monate Haft und 75.000,- Euro Geldstrafe drohen.

Endgültig verabschiedet wird das Gesetz zwar erst am 14. April und dann noch vom Senat bestätigt werden (was keinesfalls sicher ist), doch schon jetzt gibt es wieder allerorts aufgeregte Diskussionen darüber, was schlank und was zu schlank ist.

Wir von der libertären Front hier bei Dandy Diary finden diese Entwicklung natürlich alarmierend. Zum einen fragen wir uns, ob es eine gute Sache ist, wenn sich der Gesetzgeber dergestalt in die individuelle Körpergestaltung einzelner Menschen einmischt, darüber richtet und Strafen verhängt (was wäre der Umkehrschluss: dass Unternehmen auch Strafen zahlen müssen, wenn sie stark übergewichtige Menschen beschäftigen?).

Andererseits ist die Branche doch längst schon viel weiter: In Zeiten, in denen die Instagram-Followerschaft mehr für eine Karriere tun kann, als eine Modelagentur und mit Cara Delevigne eine eher kleine Frau mit Doppelkinn zum angesagtesten Model der letzten Jahre werden konnte, zählen Personality und Likes mehr als die Größe “Size Zero”.

Durch ebendiese Likes auf Instagram, Facebook und Twitter liegt die Gestaltungsmacht von Schönheitsidealen doch ohnehin schon nicht mehr bei den Agenturen, Designern und Modehäusern allein, sondern auch und immer mehr beim Rezipienten selbst. Und der respektive die findet momentan ganz andere Sachen toll, als “Size Zero”:

Einer der großen Instagram-Trends bei jungen Frauen lautet: Fitness. Da geht es um gesunde Ernährung, körperliche Stärke, Clean Eating und ein bewusstes Körpergefühl.

Unter dem Hashtag #eatclean finden sich aktuell 20.346.379 Beiträge auf Instagram, #sizezero kommt auf bescheidene 164.573 Posts.

Category: News

Von: Carl Jakob Haupt

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