TOP 5 REPOST-ACCOUNTS

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Die folgenden, von uns ausgewĂ€hlten Instagram Accounts vereint in erster Linie das “via” in der Caption. Sie produzieren nicht selbst, sondern fokussieren auf die Kunstform des #repost. Sie betĂ€tigen sich als Social-Media-Rechercheure, betreiben Selektion, sind Kuratoren ihrer eigenen, kleinen Welt mit großer Reichweite.

Sie suchen in den Tiefen der Google-Bilder-Suche, Tumblr oder Pinterest  – je nach Account und Ausrichtung – nach Kunst, Design oder SkurrilitĂ€ten – und zeigen, dass man nicht selbst Content produzieren muss, um Erfolg zu haben. In Zeiten der totalen Überflutung, der unĂŒberschaubaren Massen an Informationen und Bildern, in denen jeder irgendwie selbst zum Produzent von Content wird, reicht es aus aus diesem Meer von Inhalten die relevanten von irrelevanten zu unterscheiden – und diese auszustellen.

Denn eigentlich haben wir ja von allem genug, sind ĂŒbersĂ€ttigt, teilweiseÂ ĂŒberfordert von all den EindrĂŒcken, Informationen und Inhalten, mit denen wir tagtĂ€glich ĂŒberschĂŒttet werden.

Wir haben es uns nun zur Aufgabe gemacht die grĂ¶ĂŸten Kuratoren der Szene zu kuratieren – und hier die Top 5 Repost-Accounts zusammengestellt, bei denen es sich fĂŒr die Zeiten des sinnlosen durch die Foto-App Scrollen lohnen wird, den “Folgen”-Knopf zu drĂŒcken.

@illusorysuperiority

Rosafarbene, zerbrochene Fliesen. Diamanten in einer McDonald’s Pommes-Packung. Eine Eierschale, die in Form einer Taube zerbrochen ist. Die Gesichter von Clinton und Trump -gnadenlos ĂŒbereinander gepresst.

In der sozialen Psychologie spricht man von dem Komplex der “illusory superiority”, der Illusion der Überlegenheit also. Man spricht von dem Glauben des Menschen mehr zu wissen, als er tatsĂ€chlich weiß. Jeder von uns bildet sich ein besonders viel ĂŒber die Welt zu wissen und verstanden zu haben.

Illusory Superiority durchbricht anhand von einfachen Insta-Bildern die Frames, mit der wir glauben die RealitÀt verstanden zu haben, indem sie KuriositÀten aneinanderreihen.  Es wird abgebildet, was eigentlich unmöglich scheint:

Objekten werden persönliche Eigenschaften zugesprochen, Essen wird auf ein Stilleben reduziert. Eine Garten-Party wird im Pool, unter Wasser gefeiert. Der Kanal ist ein Ort fĂŒr all jene Dinge, wo man mindestens zweimal hinschauen muss, um sie zu verstehen – eine bunte Galerie voll Ă€sthetisch ansprechender Illusionen.

 

@decor.hardcore

Betrieben wird dieser Account von den Textildesignern Kenia Shestakovskaia und Michael Garrett. Schamlos zelebrieren sie auf ihrem Instagram-Account Kitsch. Jeff Koons ist sicherlich Fan von Decor Hardcore. Ihr Fokus: Interieur. Ihr Feind: Minimalismus. Sie lieben ĂŒberladende, ĂŒppige, tacky Designs. Irgendwo liegt immer ein pinkes Fell, blumenbesetzte Granny-Badezimmer, CocktailglĂ€ser, ein Sessel bedruckt mit den verschiedensten Katzengesichtern, Glastische mit Plastik-Rosen darauf, ein Porzellan Tiger.

Frei nach dem Motto “More is more and less is bore.” Demnach rein gar nichts fĂŒr all diejenigen, die mit ihren beigefarbenen COS-MĂ€nteln durch die Stadt rennen. Passend zur Kitsch-Obzession der beiden erscheint am 1. November die Print-Version der virtuellen Übertreibung – der passende Bildband zum Account: “DECOR HARDCORE”.

@watts.on

Es begann als Aureta Thomollari und Jordan „Watts“ Watson beschlossen ihre Ästhetik, die sie bis zu diesem Zeitpunkt auf zwei getrennten Accounts auslebten, zu vereinen. Mittlerweile tun sie das auf mehreren, höchst erfolgreich, hier eben @watts.on, auf dem sie tagtĂ€glich 3-6 Bilder veröffentlichen.

Von zeitgenössischer Kunst ĂŒber Skulpturen, bis hin zu digitalen Motiven. „Nach 300 Bildern kommt dann vielleicht auch ein Foto von uns selbst.“, erklĂ€ren die beiden Macher im Interview mit dem W-Magazine.

Die Kunstgalerie im Internet hatten sie damals vor allem deshalb gegrĂŒndet, um Kunst nicht auf die ExklusivitĂ€t von Galerien zu reduzieren, sondern sie fĂŒr alle zugĂ€nglich zu machen. Der Maßstab: Es wird das repostet, was sie anspricht, ihnen gefĂ€llt.

Passend zum Account gibt es mittlerweile einen eigenen Shop, in dem man so Dinge kaufen kann, wie einen Platform-Schuh, dessen Sohle man mit bunten Bonbons oder auch Geld befĂŒllen kann. Mehr dazu hier.

@watts.places

Ebenfalls von den Machern des @watts.on-Accoutns, widmet sich dieser Account vor allem dem Interior-Design, inspiriert dazu sich entweder tausende Pflanzen in die Wohnung zu stellen oder gleich umzuziehen. Und natĂŒrlich erinnert diese Galerie uns in Form von breiten Landschaften und rosafarbene HochhĂ€usern an all jene Orte, an denen wir noch nicht waren und die wir noch ganz unbedingt sehen mĂŒssen. Auf die Frage hin, ob sich die Entwicklung einer Kunst-Szene auf Instagram auch negativ auf die Arbeit der KĂŒnstler heutzutage auswirkt, antworten Aureta Thomallas und Jordan Watson folgendes:

„Manche KĂŒnstler machen heute Kunst fĂŒr Likes anstatt sie fĂŒr sich selbst zu tun. Die Kunst, die wir wirklich sehr gern mögen, bekommt oft weniger Likes. Aber nur weil ein Bild 30.000 Likes hat, bedeutet es nicht, dass es sich jemand an die Wand hĂ€ngen wĂŒrde.” (W-Magazine)

@artsxdesign 

Wie der Name vermuten lĂ€sst, vereint dieser Account “the best of both worlds”. Repostet wird unter anderem Natalie Portman in Star Wars, ein zerbrochenes Cocktailglas in in einem nicht-zerbrochenen Cocktailglas, Meryl Streep, wie sie sich eine weiße Maske aus dem Gesicht reißt und aufeinander drapierte in der Mitte zerbrochene HĂ€lften eines iPhones. FrĂŒchte liegen auf einem Strandtuch ordentlich geformt nebeneinander. Artsxdesign ist eine Liste, die die ganz Großen ehrt und die “kleinen” KĂŒnstler aus den Massen des Insta-Imperiums fischt, um sie ihrer 666k-Öffentlichkeit zu prĂ€sentieren.

Category: Special

Tags: artsxdesign, Decorhardcor, illusorysuperiority, Instagram, Repost-Accounts, Watts.on, Watts.place

Von: Angelika Watta

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