Tod dem Nerz

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Der (Fake-)blutige Aktivismus hat sich ausgezahlt: Pelz hat es endgültig hinter sich und das nun auch per Dekret. Während eine Überzahl geläufiger Luxuslabels schon länger kein gutes Haar an der flauschigen Fashion lässt, hat sich nun auch die Legislative der USA mit Haut und Haar der Sache verschrieben.

Konkreter hat der US-Staat Kalifornien am vergangenen Samstag ein Gesetz verabschiedet, das Verkauf und Herstellung (neuer) Pelzprodukte verbietet. In Kraft wird dieses jedoch erst 2023 treten – genug Zeit also für (literally?) Hamsterkäufe der Hollywood-Elite. Second Hand-Läden geht es dagegen nicht an den Kragen: sie dürfen weiter mit dem bereits gezahlten Blutzoll handeln.

Während Kalifornien damit zum absoluten Vorreiter in Sachen Tierrechte avanciert, ist die Aussicht im deutschsprachigen Raum dagegen so mager wie der Pelzfarm-Waschbär. So rief der Zentralverband des Kürschnerhandwerks noch 2016 das Modelabel „we prefur“ ins Leben. Schon namentlich äußerst ausgefuchst, versuchen die kreativen Kürschner hier, den metaphorischen Wolf im, naja… Nerzpelz, zurück ins Scheinwerferlicht zu locken.

Leid findet man hier zwar per se voll doof, unter dem Deckmantel von Umweltfreundlichkeit und der Schaffung regionaler Arbeitsplätze heischen die Zeitgeist-Opportunisten aber trotzdem schamlos um die Aufmerksamkeit von Nachhaltigkeits-Fans. Eine Zielgruppe, die auch kürzlich der Blogger Bryanboy ins Visier genommen hat, um seine Pelz-Kollektion in Kooperation mit Saga Furs zu vermarkten.

Höchste Zeit also, sich ein Beispiel an Kalifornien und Nachbarländern in der EU zu nehmen, um den Pelz endgültig in die Mottenkiste der Industrie zu verbannen.

Category: News

Tags: Nerz

Von: Fabian Alexander Stammen

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