The September Issue

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6 Wochen Sommerferien, völlige Freiheit. Von denen Eltern in den Familienurlaub geschleift, jeglichen Kontakt zur Außenwelt verloren. Eine Zeit, der völlig freien Entfaltung, in denen sich neue Klamotten und funktionierende Kugelschreiber im Etui ansammeln. Dann der alles entscheidende Moment: Mit gemischten Gefühlen, voller Aufregung und freudiger Erregung steigen wir in den Bus und machen uns in unserem im Spanien gekauften neuen Shirt bereit für den Catwalk von der Aula bis hin zum Klassenraum.

Ungefähr zur gleichen Zeit kommt ein sehr ähnliches Gefühl von „Alles-Neu“ in der Modebranche auf. Während in den vorherigen drei Monaten alle mit Cocktails am Strand herumlungerten, statt sich vor ihren Mac Books den neusten Trends zu widmen; lediglich das rote, große SALE-Schild in den Schaufenstern für Aufsehen sorgte und die Branche sich jedes Jahr aufs Neue in dem riesigen Sommerloch sult, bedeutet der September vor allem einen Neustart in den Fashion – Kalender.

Was für „Bucketlist“-Schreiber, die sich ständig neu erfinden der Januar ist, ist für die Mode der September. Neue Kollektionen werden gelauncht, wir entfernen uns von der Bademode und gehen in die Herbstsaison, die immer noch bedeutsame New York Fashion Week findet statt.

Vor allem aber werden zu diesem neuen Modejahr die aufwendigsten produzierten Modehefte herausgebracht. Besonders wichtig sind nicht nur Inhalt, Editorials und Fotostrecken in den „September Issues“, sondern und vor allem das Aushängeschild jedes Modemagazins: Das Cover.

Immer wieder konkurrieren Redakteure und Verlage um das herausragendste aller Motive. Maßstab: Die Person darauf muss entweder besonders berühmt – oder das Cover an sich muss vor allem besonders andere sein. Wer auf einem der September-Ausgaben landet, wird gleichzeitig ein gewisses Maß an modischer Relevanz zugesprochen.  Für ein Model ist es somit eine der höchsten Karriere-Goals Mal ein „September Cover“ zu landen.

Bella Hadid, Model und die kleine Schwester des großen Gigi-Girls schaffte es dieses Jahr auf sage und schreibe 7 Cover internationaler Magazine, wovon gut die Hälfte VOGUE sind: VOGUE Brazil, VOGUE ARABIA, VOGUE AUSTRALIA und VOGUE SPAIN. Außerdem zierte ihr Gesicht auch das Deckblatt von HARPERS BAZAAR CHINA, ELLE RUSSIA und SUPER ELLE CHINA.

Den ikonischen Status, den die „September Issue“ mittlerweile genießt, begünstigte unter anderem die 2009 erschienene Dokumentation mit gleichnamigem Titel, die Anna Wintour und ihr Team der US-VOGUE bei der monatelangen Produktion einer solch wichtigen Ausgabe zeigte. Unter anderem durften wir darin von Mrs. Wintour lernen: „You either know fashion or you don’t.”

Unsere Favoriten:

Mit einer immer noch schmerzlich vermissten Selbstverständlichkeit präsentiert die italienische VOGUE neben Mann + Frau  eben auch Frau + Frau und Mann + Mann. Seit einigen Wochen hat sich nicht nur der die Besetzung des Chefredakteurs-Posten geändert, sondern mit ihm auch das Konzept. Emanuele Ferneti leitet nun VOGUE ITALY und setzt auf eine starke Bildsprache, will dabei aber auch den Fokus auf den “guten Journalismus” rücken.

Selfie-Queen Kim K als Jackie O’ Kennedy, eine provokative Anspielung an die Ankündigung ihres großkotzigen Mannes, sich bei der nächsten Wahl als Präsident stellen zu lassen, fotografiert von Steven Klein.

Anna Ewers, eingefangen von Juergen Teller für eine der September-Ausgaben des wöchentlich erscheinenden Zeit-Magazins.

Den deutschen Ableger des von Warhol selbst gegründeten Interview Magazins ziert der analoge Blitz auf einem der bunten Cover in diesem September.

Category: News

Tags: September Issue, Vogue Italy. Interview, ZeitMagazin

Von: Angelika Watta

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