Status Quo: Streetwear

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Streetwear is Dead. Nein, nicht wirklich, die Warheit ist: Es ist ein Multi-Millionen-Dollar-Business – niemals wurde mehr Geld mit Hoodies, Caps und T-Shirts umgesetzt. Doch über die Begrifflichkeit Streetwear darf man streiten. Ursprünglich kommt der Begriff aus California’s 1970er Skate-Culture.

Die Skate- und Surf-Szene übernahm die DIY-Ästhetik der Punks. Einer ihrer Pioniere: Shawn Stüssy. Er verkaufte selbst bedruckte Shirts mit dem heute ikonischen STÜSSY Logo. Die Anfänge von Streetwear. Neben Stüssy gehörte auch Hiroshi Fujiwara oder Slam Jam Socialism zu den Vorreitern.

Streetwear war erschwinglich. Praktisch. Von der Straße für die Straße. Unter dem Label „Streetwear“ wird heute viel verkauft – wenig davon ist erschwinglich. Ein Bandana der Louis Vuitton x Supreme Kollektion kostet 949 Euro. Kim Jones, der Mann, der mit der Design-Kooperation des französischen Luxushaus und dem amerikanischen Streetwear-Label für eine historische Zäsur sorgte, findet den Begriff „Streetwear boring“.

“You wear clothes in the street, so everything’s streetwear. You can wear a couture gown down the street and that turns it into streetwear,” so Kim Jones im Highsnobiety Magazine. Die alten Kategorien: Haute Couture, Prêt-à-porter – Streetwear lösen sich auf. Sie verschmelzen.

Für Jones ist der Begriff „Streetwear“ damit redunant. Für Shayne Oliver, einen weiteren Modemacher, der früh damit begann Streetwear auf dem Catwalk zu zeigen, geht einen Schritt weiter. In einem Interview, das er mit NOW Fashion führte, spricht Oliver von „Fake Streetwear“:

“The majority of streetwear that we wear today actually has nothing to do with the street, and that’s very frustrating. Major brands manufacturing a pair of sneakers at outrageous prices do a lot of harm to the fashion industry, particularly to independent brands and young designers. They distort the balance between the street and luxury and they break down the social hierarchy that maintains this balance, creating tension between these two worlds which are both full of creative potential. It’s almost like it’s ‘fake streetwear.’

Die „soziale Hierachie“, von der Oliver spricht, wurde von Louis Vuitton final durchbrochen. Das größte Luxushaus der Welt kooperiert mit SUPREME, einem Streetwear-Label. Ein Schock, ein smarter PR-Coup – kurz danach: der Hype – doch die Mode lechzt nach mehr. Wie lang wird der Bruch High / Low noch funktionieren? Sneaker auf einer Fashion Shows eines Luxuslabels vor Jahren undenkbar. Heute: omnipräsent.

Doch beim Thema Streetwear-Klassiker Sneaker sind bereits erste Ermüdungserscheinungen in der Speerspitze der Mode zu sehen: Balenciaga einer Marke, die in jüngster Vergangenheit mit dem Triple S, den vielleicht größten Sneaker-Hit produzierte, zeigte in der neuen Kollektion keinen einzigen Sneaker mehr, stattdessen Lederschuhe mit Pointed Cowboy Toe und Square Toe. Ein Indikator für den „slowing streetwear trend“?

Sicherlich nicht den für den Massenmarkt. Doch für die Cool Cats? Wir werden sehen.

Category: News

Tags: Louis Vuitton, Status Quo, streetwear, supreme

Von: David Kurt Karl Roth

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