Star Wars und die Mode

Seit „Krieg der Sterne“, dem Star Wars-Debüt von 1977, gingen Merchandise-Produkte des Films für sagenhafte 32 Milliarden Dollar über Ladentheken von Los Angeles bis Peking und machen das Projekt zur finanziell erfolgreichsten Filmreihe aller Zeiten.

Doch nicht nur das. Im Moment, kurz vor Erscheinen des siebten Teils der Saga, ist Star Wars in der Modebranche angesagt kein anderes Kulturphänomen, mit Ausnahme vielleicht des Sports, und dient als Referenz für unzählige Projekte und Kollektionen:

Michele Malenotti, Besitzer von Matchless, dem Label, dass die Schauspieler im neuesten Star Wars-Streifen mit Lederjacken ausstattet und dazu eine kleine Kollektion entworfen hat. Er sagt zu dem Einfluss der Kooperation mit Star Wars: “It helps to change the meaning of our brand”.

Das Berliner Label MALAIKARAISS verkauft Goldketten mit Darth Vader-, Stormtrooper- und Chewbacca-Anhängern, die sich ganz sicher nicht nur intime Kenner der Weltraumkrieger-Saga umhängen, sondern auch ganz gewöhnliche, am Oberfläche mehr denn an Inhalt interessierte Hipster. 

Der Uhrenhersteller Nixon bringt für die verschiedenen Charaktere nicht nur mehrere, extrem starke Uhr heraus, unter denen besonders die Darth Vader-Modelle brutal männlich sind. Zu jedem Allkrieger gibt es darüber hinaus auch Rucksäcke, Gürtel und Geldbeutel.

Der Künstler David Murray hat den Star Wars-Charakteren Outfits von aktuell hoch gehandelten Designern und Labels wie Dries Van Noten, Balenciaga oder die Yeezy-Kollektion von Kanye West in Illustrationen angezogen.

Und J.W. Anderson, der große Gewinner der diesjährigen British Fashion Awards, sagt den bemerkenswerten Satz: „If we ever go futuristic in a collection, there is always a Star Wars reference.“ 

Für das britische Kaufhaus Selfridges hat Anderson einen ziemlich lässigen Star Wars-Sweater entworfen. Und auch beim Konkurrenten La Fayette lässt man sich nicht lumpen. Anlässlich des bald erscheinenden siebten Teils fand in der Pariser Dependance eine Star Wars-Show statt. Auch die Berliner Filiale des Shopping-Tempels ist derzeit von oben bis unten in eine Star Wars-Welt verwandelt.

Die Intention der Labels, die eine Kooperation mit Star Wars eingehen, ist klar. Mit einem Schlag wird eine komplett neue Zielgruppe erschlossen, die auch in Zukunft das Label mit ihrem Lieblingsfilm assoziieren wird – ein kluger Schachzug. Und auch für Lucas Film, die Produktionsfirma hinter Star Wars, machen Zusammenarbeiten Sinn. Neben den Einnahmen für die Rechte an Stormtrooper, Darth Vader und Co. sind die zahlreichen Projekte natürlich auch ein Imagegewinn und stärken die Marke „Star Wars“, machen sie cool und lassen sie im Gespräch bleiben.

Star Wars scheint in der Mode so etwas wie das Sinnbild für Fortschritt, Zukunft und futuristische Ästhetik geworden zu sein und trifft damit den Nerv. Nichts scheint derzeit mehr Begehren bei Designern, Kunden und der Presse zu wecken als zukunftsfähige und innovative Mode. Der Film ist dann letztlich gar nicht mehr so wichtig.

Text: David Jenal

Category: Trends

Von: Carl Jakob Haupt

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