Who is Jordan Wolfson?

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Seit ein paar Tagen gibt es eine Dokumentation über Jordan Wolfson auf Vimeo zu sehen – das”Enfant Terrible” der US-Kunst-Szene, das es mit Arbeiten wie “Female Figure”, “Riverboat Song” und “Colored Puppet” zu weltweitem Ruhm brachte. In “Spit Earth. Jordan Wolfson” geht es um den Künstler, den man entweder liebt oder hasst, oder noch viel schlimmer: den man noch gar nicht kennt – in jedem Fall: Doku schauen.

Das erste Mal, dass mich ein Kunstwerk von Jordan Wolfson geflashed hat, war 2018 im Berliner Schinkel Pavillon, dort wurde unter anderem die Videoarbeit “Real Violence” gezeigt. Der Galerie-Besucher durfte sich eine Virtual Reality-Brille aufsetzen, dazu Kopfhörer, in der schönen, neuen Welt wartet – der Titel lässt es erahnen – eine brutale Szene: Erst sieht man den Himmel, dann fällt der Blick hinab auf den Boden, Perspektivwechsel: Ein Mann, Jordan Wolfson himself, schaut dir kurz in die Augen und beginnt dann mit einer Baseball-Keule auf einen Mann einzuprügeln bis dieser blutend zu Boden sackt. Eine verstörende Szene.

Eine Arbeit, für die Wolfson vielfach kritisiert wurde. Wie kann jemand, der nicht nicht selbst Gewalt erlebt hat, so eine Arbeit produzieren? Doch gezeigt wird keine echte Gewalt, der Mann, der von Wolfson in “Real Violence” verprügelt wird, ist nicht echt, es ist eine täuschend echt aussehende Puppe. Wolfson geht es um das Gefühl, das einen beschleicht, wenn man im Internet Gewaltvideos sieht.

In “Real Violence” wird man zum passiven Zeugen eines Gewaltakts. Gegen ein passives Opfer. In der Dokumentation “Spit Earth” kommen seine Eltern zu Wort, Kunstkritiker Kenny Schachter, seine Ex-Freundin Emma Fernberger und Galerist Jeffrey Deitch. Man sieht den fast 40-jährigen Künstler mit seinen Pferden und Hunden kuschelnd, über seine schwierige Kindheit erzählend, sich auf einer Podiumsdiskussion verteidigend.

Spannend: Die Mutter des mit ADHD kämpfenden Künstlers ist Psychologin. Sie versucht, so erklärt sie in der Doku, ihr halbes Leben lang ihren Sohn zu heilen. Wieviel Jordan Wolfson in seinen oftmals verstörenden Kunstwerken steckt, erklärt Emma Fernberger, seine Ex-Freundin:

”If you know him intimately and then you look at his work, it’s all there”.

Hier geht es zur Doku. 

HE’S A PSYCHO! HE’S A MONSTER!

Category: #dandydiaryspace

Tags: Jordan Wolfson, Schinkel Pavillion

Von: David Kurt Karl Roth

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