SPIEGEL über Berlin Fashion Week: “Eingenähte Zweifel”

Neben gefühlten 100 Seiten Fussball WM widmet sich der SPIEGEL in der aktuellen Ausgabe auch der Berlin Fashion Week.

Am Fall des Berliner Modemachers Kostas Murkudis wird aufgezeigt, was hier in Berlin falsch läuft. Murkudis zählt – neben Wolfang Joop, Jil Sander und Karl Lagerfeld – zu den Designern, die auch über Deutschland hinaus bekannt sind. 2011 zeigte Murkudis das letzte Mal auf der Berlin Fashion Week:

“Abseits der Mercedez-Benz Fashion Week wollte er zeigen, was möglich wäre, wenn die Modebranche endlich aufhören würde, ihre Provinzialität zu feiern”, so der SPIEGEL, hart, treffend.

Damals zeigte Murkudis in Kooperation mit dem Künstler Carsten Nicolai eine beeindruckende Licht-Mode-Installation. Doch es blieb bei einer einmaligen Show von Murkudis. “Dieses nationale Sich-selbst-Feiern in einer Stadt ohne große Konkurrenz”, so Murkudis, “das finde ich nicht wirklich prickelnd. Dann versage ich lieber international.”

Es gibt wenige Städte, die international derzeit derart angesagt sind, wie Berlin. Egal wo man ist – Tokio, London oder New York – alle lieben Berlin. Berlin klingt wie ein Versprechen auf eine kreative, urbane, wilde Stadt, mit nicht enden wollenden Nächten, in der alles möglich scheint.

Die Organisatoren der Berlin Fashion Week haben es in 7 Jahren nicht geschafft dieses weltweit einmalige Image der Stadt zu nutzen, um etwas Einzigartiges auf die Beine zu stellen.

Der SPIEGEL beschreibt dieses Dilemma in den folgenden Zeilen:

“Mit Schützenhilfen aus der Politik  und viel TamTam wollte man die große weite Welt auf diese Stadt stülpen, die von Bewohnern wie Besuchern gerade dafür geliebt wurde, dass es hier auch ohne Stöckelschuhschickeria mit VIP-Listen ging und dass es in den Hinterhofateliers neue, aufregende Mode zu finden gab”

Große Modemarken haben Berlin verlassen: Hugo Boss, JOOP! oder Rena Lange. Ein Großteil der Labels, die der Berliner Fashion Week weiterhin die Treue halten, ziehen es vor ihre Mode Offsite zu präsentieren, nicht im Erika-Hess-Eisstadion im Wedding, dem diesjährigen Veranstaltungsort der Berliner Modewoche.

Der neue Veranstaltungsort Erika-Hess-Eisstadion verspricht Hoffnung, auf eine außergewöhnliche Location, die mehr Originalität zu bieten hat, als das charakterlose Zelt am Brandenburger Tor. Doch der SPIEGEL war schon vor Ort und weiß zu berichten:

“Anstatt das Stadion mit seinen Rängen als spektakulären Modeort zu inszenieren, stellt der Veranstalter einfach die üblichen Sitzreihen mit Laufsteg im Innern auf”.

Mehr ‘Berlin’ würde der Berlin Fashion Week sicherlich gut tun. Die Fashion Week, die die Veranstalter über Jahre versucht hier zu etablieren, könnte genau so auch in Düsseldorf oder München stattfinden. Das Modell ist gescheitert. Es passt nicht zu Berlin.

Die Massenflucht der jungen Talente und etablierten deutschen Marken  – weg von der Berlin Fashion Week – sollte den Veranstaltern zeigen, dass ein Umdenken nötig ist. Vielleicht im nächsten Jahr. Den kompletten Artikel könnt ihr im aktuellen SPIEGEL lesen.

Category: News

Tags: Erika-Hess-Eisstadion, Fashion Week Berlin, Kostas Murkudis, spiegel

Von: David Kurt Karl Roth

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