So war das: MØ Secret Gig in London

Weil man Einladungen aus Höflichkeitsgründen wenn immer möglich annimmt, bin ich letzte Woche nach London geflogen.

Dort nämlich, so war es angekündigt, werde MØ, die spätestens seit “Lean On” auch jedem Hinterwäldler ein Begriff ist, am Donnerstagabend  einen Secret Gig spielen. Das hat die dänische Sängerin dann auch getan. Und es war großartig.

Das lag vor allem daran, dass der Gig wirklich sehr secret war und die Zahl der Gäste sehr begrenzt und die Atmosphäre sehr intim und heiß. Außerdem hatte man sich für die einzig richtige Location entschieden: Für den hauseigenen Partykeller des Ace Hotel im Osten Londons, das seit seiner Eröffnung sowas wie das offizielle Epizentrum der globalen Hipness ist.

Die halbstündige Performance umfasste so ziemlich alles, was man derzeit auf der kultivierten Seite des Mainstream vermutet: Die Sängerin trug ein Heavy Metal-Shirt, lief andauernd ins Publikum und interagierte mit den Fans und schaffte es, ihre von jedem Club dieser Welt völlig totgespielten Hits wie ein neues, aufregendes Stück Musik erscheinen zu lassen.

Noch dazu gab es einen eigens für das Konzert entworfenen Snapchat-Filter, der all meine Vermutungen dann final bestätigt hat: In London ist alles so sehr modern und cool und lässig – besonders wenn zusätzlich Dänen involviert sind – dass Berlin nur schwer mithalten kann. Die überall vorherrschende Ungezwungenheit führt zwangsläufig zu einem Level an Coolness, das mit deutscher Korrektheit kaum zu erreichen ist.

Weil also sowieso alles schon sehr gut war, lud MØ anschließend zur Aftershow folgerichtig in den nächsten Hipster-Himmel: Das Shoreditch House ist die Londoner Soho House-Dependance und so verschachtelt aber doch riesig, dass ich erstmal eine halbe Stunde lang sturztrunken durch alle Räume, die Bibliothek, etliche Restaurants und am Pool vorbei zurück zur Bar gelaufen bin, nur um dort festzustellen, dass MØ und Band sich längst dem Tischtennis-Spiel gewidmet hatten.

Eine Aftershow-Party war das ganze nicht so richtig. Dafür bot sich die Chance, endlich mal wieder meine herausragenden Fähigkeiten an der Tischtennisplatte zu präsentieren. MØ mitsamt langhaarigem, dänisch-maskulinem Anhang waren schwer beeindruckt.

Ich auch, übrigens. Danke MØ, danke London.

Category: News

Tags: Ace Hotel, London,

Von: David Jenal

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