So war das: Hype x Pokemon Launch in London

Ich habe wirklich absolut keine Ahnung von Pokemon. Ich kenne weder die Namen der Monster (sind das überhaupt Monster? Oder Figuren? Oder Charaktere?) noch irgendwelche Spielregeln. Ich habe Pokemon nie gespielt und stand immer mit fragendem Blick daneben, wenn meine Freunde auf dem Schulhof ihre Pokemon-Karten haben »flattern« lassen, sprich: sie aggressiv gen Erdboden geschmettert und darauf gehofft haben, dass irgendeine Karte jetzt besser flattert als die andere.

Pokemon Go spiele ich auch nicht und sowieso habe ich das Gefühl, dass nach den ersten Wochen des großen Wahnsinns das auch sonst nicht mehr allzu viele tun. Weder davon noch von meinem Nichtwissen über dieses Spiel hat man sich beim jungen, britischen Label Hype davon abhalten lassen, eine große Pokemon-Kollektion zu designen. Ein Glück – denn so durfte ich vor ein paar Tagen oder Wochen, so genau weiß ich das auch nicht mehr, nach London, um mir anzuschauen, wie eben diesen Kollektion »gelauncht« wird, so sagt man das heute.

Ich komme an besagtem Tag in der Carnaby Street an, wo das Ganze stattfinden soll, und ich bin nicht der Erste: vor dem Laden warten, eingepfercht zwischen Gatter und getriezt von groben englischen Sicherheitsmännern, jede Menge Leute. Viele von ihnen sind, das wird man wohl noch sagen dürfen, Asiaten, die sichtlich erfreut sind angesichts ihrer baldigen Käufe und neuen Outfits.

In dem kleinen Laden, vor dem die Menge geduldig in den ausnahmsweise blauen englischen Himmel starrt, macht sich derweil Hektik breit. Ein paar Mitarbeiter hetzen umher, auf der Suche nach, ja, was eigentlich?  Der Rest der Leute, deren Aufgabe, Herkunft und Grund des Besuchs vollkommen unklar ist, steht bedeutungsvoll rum und der Schweiß jedem auf der Stirn, allen voran Liam, den Gründer und Chefdesigner von Hype, für den das heute ein wirklich großer Tag ist. Seine Kindheitshelden, die Pokemons (ist das eigentlich eine Familie?) sind schließlich ab heute auf seinen eigenen, extrem knalligen Entwürfen seines eigenen Labels zu sehen, und das Schönste: ganz offensichtlich wollen eine ganze Menge Leute genau diese Entwürfe kaufen.

Zum Zeitvertreib im Laden gibt es Slush-Eis, dieses halbgefrorene Zuckerwasser, man könnte sagen: das Parfait des kleinen Mannes oder in diesem Fall des Engländers, der es ja sowieso nie so eng gesehen hat mit gutem Essen oder gar zeitgemäßer Ernährung. Es wird also jede Menge Slush getrunken aus diesen Maschinen, die sich unentwegt drehen und den (oder das) Slush kühlen, vollkommen unbeirrt vom HYPE, der sich um sie herum gerade abspielt.

Relativ pünktlich öffnen sich die Türen und die geduldigen Kunden stürmen den Laden, vorbei an einer DJane, die wirklich geile Drogen und davon ein bisschen zu viel genommen haben muss: ist sie Anfangs einfach nur sehr aufgedreht, fängt sie kurz darauf an, bei voller Lautstärke ihre gesamten Gerätschaften aus- und wieder einzustecken und damit einen Höllenlärm zu verursachen, von dem sich aber niemand so wirklich stören lässt: Liam spielt eifrig Airhockey, es werden unzählige rosa Caps, Longsleeves und Rucksäcke gekauft und der Kundenstrom ebbt ebenso wenig ab wie der Slush-Vorrat. Alles super also.

Letztendlich ist die ganze Veranstaltung ein bisschen überdreht und jung und verrückt, aber das entspricht sowohl Hype als auch der Pokemon-Ästhetik sehr und macht aus einem erfolgreichen und extrem gut besuchten Launch, wie es ihn bei Supreme und vor Sneaker-Stores mittlerweile jede Woche gibt, eine relativ einzigartige Veranstaltung.

Wirklich mehr über Pokemon weiß ich jetzt auch nicht. Ist ja aber auch egal. Ich hatte einen tollen Tag. Danke Debbie, danke Turid für das Bild, danke Hype.

Ein paar Teile gibt es noch online, ganz ohne Anstehen und Slush, genau hier.

 

Category: News

Tags: hype, Pokemon

Von: David Jenal

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