So unglaublich schlimm: Philipp Plein!

PHILIPP PLEIN gehört zu den erfolgreichsten deutschen Designern. Dies sagt viel über Deutschland aus. Hierzulande feiert man Stillosigkeit. 

Wenn Designer wie GUIDO MARIA KRETSCHMER, HARALD GLÖÖCKLER oder eben PLEIN zu den erfolgreichsten, den bekanntesten deutschen Designern gezählt werden, dann läuft hier irgendetwas gehörig falsch. Da kann man Lagerfeld (bekannte Ausnahme) verstehen, der nicht mehr als ‘Deutscher’ gesehen werden will.

PHILIP PLEINs erster modischer Hit waren alte Bundeswehrjacken, die durch Swarovski-Steine im Totenkopf-Muster verziert wurden. Bei dem Gedanke an die besagten Jacken wird uns heute noch übel. Sie waren der ‘Hit’ in der Münchner Schickeria. Mehr muss dazu nicht erwähnt werden.

Seit seinem ersten Verkaufsschlager sind ein paar Jahre vergangen. Doch seinem Stil, beziehungsweise seiner Stillosigkeit, ist PHILIPP PLEIN beständig treu geblieben. Beruflich wie privat:

PLEIN klatscht noch immer auf all seine Entwürfe kiloweise Nieten und/oder Swarovski-Steine, lässt sich seinen eigenen Namen auf den rechten Arm tätowieren – und seinen Sohnemann bestraft er mit dem Namen Romeo Prince.

PHILIP PLEINs Mode würde gut zur Berlin Fashion Week passen. Doch er entschied sich gegen das ‘glamouröse Zelt’ mitsamt seinem ‘fachkundigen’ Publikum. PLEIN zeigt seine Mode in Mailand. Auch das passt irgendwie. Denn auch in Mailand herrscht Perspektiv- und Stillosigkeit. Keine jungen, talentierten Modemacher weit und breit. Und – bis auf Prada – ausschließlich Bullshit im Schedule. 

Da fühlt er sich wohl, der Philipp, zwischen DOLCE & GABBANA, ARMANI und den kanadisch-siamesischen Zwillingen. Da wirft er mit seinen Swaravoski-Steinen um sich und versucht sich Saison für Saison in puncto Stillosigkeit zu überbieten.

Einmal schickt er Male Models mit Waffen (prinzipiell in Ordnung) auf den Laufsteg, auf deren Oberkörper “Only kill for real love” und “Life’s a game and it’s not fair”  (What?!?!) gepinselt steht. Oder – deutlich schlimmer – Plein gibt sich als Moralapostel:

Er engagiert für seine SS 2014 Show ausschließlich schwarze Models. Seine ‘Show’ nennt er dann “ONLY BLACK”. Auf der raumgreifenden Video-Installation blitzt der Slogan “SHE’S BLACK” und Aufnahmen einer Raubkatze auf. Ein zirkueskes Szenario. Ist dies der ernsthafte Versuch für mehr Diversität im Model-Business zu sorgen? Wohl kaum. 

Doch wenn man so darüber nachdenkt, dann ist nicht Doc P(l)einlich (einmal muss das Wortspiel sein) das größte Übel, sondern es sind die Medien, die ihn hierzulande hypen. Weil sie es nicht besser wissen. Oder aber ihren Anzeigenkunden Plein nicht verlieren möchten.

Category: News

Von: David Kurt Karl Roth

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