SLOWTHAI

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Bei seinen Konzerten lässt  SLOWTHAI gern mal Spiegel aufhängen, so dass sich seine Fans selbst sehen können – ekstatische Selbstbetrachtung – so die Idee, doch – spätestens wenn der 24-jährige Rapper am Ende seines Konzerts in Boxershorts zum Crowdsurfing ansetzt – was immer der Fall ist – fällt der Spiegelblick schwer.

Slowthai heißt eigentlich Tyron Kaymone Frampton. Seinen Spitznamen, der ihm heute ebenfalls als Künstlername dient, verpassten ihm seine Klassenkameraden, weil er zu Schulzeiten dazu neigte bis zur Grenze der Verständlichkeit zu nuscheln (Slow Ty). Er wuchs in Bush, einer Gegend in Northampton, rund 95 Kilometer von London, auf. Eine vornehmlich weiße Gegend, in der Ressentiments gegenüber Immigranten vorherrschten.

Daher stellt Slowthai im Intro seines Albums fest: „I Said there’s nothing great about the place we live in. Nothing Great Britain (Nothing great about Britain). Spin a cup of tea whilst we’re spittin’ There’s nothing great about Britain.“

„Nothing Great About Britain“ – Titel seines ersten, im Mai veröffentlichten Albums, und einem Tattoo, welches seinen Bauch ziert. Auf der Brust prangt eine „SORRY MUM“ Tätowierung, welche in seiner wilden Zeit entstand, so Slowthai, in der er keinen Satz öfter zu seiner Mutter sagen musste. Seine Ma spielt bis heute eine große Rolle für ihn.

Als sein Vater ihn fragte, warum er die Queen als „Cunt“ auf dem Titeltrack seines Albums beleidigen musste, antworte Slowthai seinem Daddy: „But I didn’t ever say I wanted a Queen. The only Queen I know is my mum. It’s primitive thing, kings and queens“.

Zu seinen Helden gehören die SEX PISTOLS, die ihm eine Babysitterin vorspielte, sowie Mike Skinner und Damon Albarn. Slowthais Werk ist voll von popkulturellen Referenzen – das provokante Spiel mit dem Nationalismus und der Monarchie – inspiriert von den Sex Pistols – sein Working-Class-Gesang von The Streets.

Und in seinen aufwendig produzierten Videos greift Slowthai Szenen aus Trainspotting und A Clockwork Orange auf. Visualität ist für den Rapper mit dem kaligeschorenen Kopf, dessen Sound oft dem Genre „Grime“ zu gerechnet wird, wohl aber eher allenfalls „grimy“ ist, extrem wichtig: „I like seeing and touching images. Visually, what’s the Point in just Standing there in front of the the camera – you can See that when you go to a show. I want each video to be a standalone piece, so if you played it with no sound you could still get the vibe and feeling“.

Mit der Musik begann Slowthai in seinen frühen Teenagerjahren – Freestyle mit den Buddies aus seinem Block – später fokussierte er sich zunehmend auf das Texte schreiben, was ihn, 2018, auf einer Parkbank in seiner Heimatstadt Bush „T N Biscuits“ schreiben ließ. Der Song, der ihn bekannt machen sollte.

Vor wenigen Tagen veröffentlichte Slowthai „Inglorious“ mit SKEPTA, dem King of UK Grime: Er ist jetzt ganz oben angekommen!

Category: #dandydiaryspace

Tags: Skepta, Slowthai

Von: David Kurt Karl Roth

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