Schwarze Hip Hop Künstler definieren “Coolness”

In den letzten Jahren wurde viel darüber spekuliert, ob die Modebranche rassistisch ist? Warum so wenig schwarze Models auf dem Catwalk sind? Wortführerin der Debatte war Naomi Campell.

Das Supermodel forderte mehr Diversität. Und Business of Fashion veröffentlichte eine Statistik, laut der 80 % der Catwalk-Models weiß sind. Erstaunliche Zahlen, viele Journalisten griffen das Thema auf.

Doch, unabhängig von den Hundertschaften von Models, die Saison für Saison über die Laufstege gejagt werden, fällt auf, dass in Kampagnen und Kooperationen von großen Highfashion-Labels immer öfter schwarze, vornehmlich aus dem Hip Hop Sektor stammende Stars auftauchen.

Schwarz definiert, so stark wie schon lange nicht mehr, Coolness. Auch in der Modewelt. Die US-Jeans-Marke GUESS hat sich Rap-Superstar A$AP Rocky für eine Kooperation geschnappt.

In der Kampagne zur Designer-Kollaboration schmust A$AP mit Naomi Campell. Eine GUESS Kampagne mit ausschließlich schwarzen Protagonisten – das gab es so noch nie zu sehen.

Auch in Herzogenaurach hat man natürlich längst erkannt, dass der Zeitgeist heute von schwarzen Künstlern (wenige Ausnahmen: Justin Bieber) bestimmt wird. So holte sich PUMA Rihanna als „Creative Director“.

In der ersten PUMA Kampagne modelte Rihanna gleich mal selbst, an der Seite von Travis Scott, der aktuell omnipräsent ist. Er scheint auf jeder Fashion Party zu performen, zuletzt in New York bei DIESEL.

Scott wurde außerdem in der „WANGSQUAD“ Kampagne gefeatured, in der auch die schwarzen Superstars Vic Mensa und Makonnen in Alexander Wang Designs ziemlich „real“ auf Polaroid-Fotos zu sehen waren.

Auch in seiner vorherigen Kampagne holte sich Wang schwarze Hip Hop Superstars für seine Kampagne: Kanye West, Pusha T, Tyga und The Weekend, mit dem er zusätzlich eine Kooperation launchte.

Auch CK setzt in seiner aktuellen #mycalvins Kampagne auf auffällig viele Größen aus dem Hip Hop Business: den einäugigen Fetty Wap, Kendrick Lamar, die Stimme des schwarzen Prostet und FKA Twigs. Die #mycalvins Kampagne wurde noch verlängert, so wurde auch UK-Rap-Göre Little Simz teil von der CK Welt.

Auch Traditionshäuser gehen mit dem Zeitgeist: So setzt Louis Vuitton in einer neuen Kampagne auf die Coolness eines schwarzen Künstlers: Jaden Smith. Der Musiker, bekannt für seinen androgynen Look, posiert in Designs, die ursprünglich mal für die Girls entworfen wurden.

Ganz zum Schluss zum König zur schwarzen, extrem einflussreichen Kreativ-Elite: Kanye West.

Der erst bei NIKE war, dann zu ADIDAS wechselte und darüber erst kürzlich rappte („Facts“). Kein Designer ist derzeit wichtiger für Adidas als Kanye West.

Er erschafft einen Hype um seine YEEZYs, somit auch um Adidas, der seinesgleichen sucht. Während der New York Fashion Week präsentierte West sein Album „The Life of Pablo“ im Madison Square und ließ ca. 1000 (!) größtenteils schwarze Models, darunter Stil-Koryphäen wie Ian Connor, seine dritte YEEZY Kollektion präsentieren.

Ein Spektakel, das der Allround-Künstler mit Präsidenten-Ambition, größenwahnsinnig wie er ist, weltweit in Kinos „livestreamen“ ließ. Während der NYFW gab es nur einen „Designer“, über den mehr „Tweets“ veröffentlich wurden: Rihanna.

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Category: Trends

Tags: A$AP FERG, adidas, GUESS, Jaden Smith, Kanye West, puma, Rihanna, Travis Scott

Von: David Kurt Karl Roth

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