Saint Laurent A/W 2013 – Fortschritt? Nein, danke!

Man muss sich ernsthaft fragen, ob Hedi Slimane die letzten Jahre in einer Gefriertruhe ohne W-Lan verbracht hat. Seine Augenringe und seine aktuelle Kollektion für Saint Laurent würden dafür sprechen. 

Denn er propagiert noch immer eine Silhouette der 2000er Jahre, den “Slim-Look”, welcher Slimane zu Dior Zeiten berühmt gemacht hat. Doch die Zeit ist, im Gegensatz zu Slimanes Gespür für den Zeitgeist, nicht stehen geben geblieben.

Zurzeit bestimmt eine voluminöse Silhouette das Männerbild. Ein Blick auf die Mode derzeit einflussreicher Labels wie Raf Simons, Lanvin und JUUN. J hätte seiner Saint Laurent A/W 2013 Kollektion sicherlich gut getan. 

Da kann Hedi noch so viele dürre Indie-Boys in seinen schmal geschnittenen Anzügen über den Catwalk jagen, Einfluss auf das aktuelle Geschehen der Modebranche wird er so nicht erlangen. Da bedarf es mehr. Vielleicht ein Schuss Innovation. 

Der allwissende Modejournalist Tim Blanks schreibt, nach dem er alle Nebensächlichkeiten, Design der Einladung, Musik, Models und Location, artig zusammengefasst hat, einen aussagekräftigen Satz.

“But we’re forgetting about the clothes. And maybe Slimane did, too.”

Man darf gespannt sein, ob Blanks, dank seiner zarten Kritik,  das gleiche Schicksal wie New York Times Journalisten Cathy Horyn ereilen wird, eine Ausladung bei der nächsten Saint Laurent Show. Die Meinungsfreiheit der Modebranche steht mal wieder auf dem Prüfstand. Nicht mehr und nicht weniger. 

Category: Fashion Week Paris

Tags: Cathy Horyn, Fashion Week Paris, Hedi Slimane, Saint Laurent A/W 2013, Slim

Von: David Kurt Karl Roth

Instagram