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NEWS

 

Rio Fashion Week – Rückblick

Für das Fashion Daily, das zur Berliner Modewoche erschienen ist, habe ich meine Erinnerungen zu drei internationlen Fashion Weeks niedergeschrieben. Modewoche #1: Rio Fashion Week. 

Sie bewegen sich wie Shakira, haben Rundungen wie Pamela Anderson: Cariocas. Die Mädels vom Zuckerhut. Grund für unseren Aufenthalt in Rio de Janeiro waren jedoch nicht die Cariocas, nein, wir flogen nach Rio, um uns auf die brasilianische Mode zu konzentrieren, gar nicht so leicht, das mit der Konzentration. Unser Kameramann, ein heißblütiger Spanier, blieb das eine oder andere Mal mit seinem Kameraobjektiv im Dekoltee einer exotischen Schönheit hängen. Doch genug von unserem geilen Personal, widmen wir uns der brasilianischen Mode. Der Stardesigner Herchcovitch eröffnete die Rio Fashion Week. Ein Mann, der seine Mode schon in Paris, London und New York gezeigt hat. Ein Designer mit Allüren: Er will rechts stehen bei Interviews, niemals sitzen. Der brasilianische Lagerfeld. Neben Herchcovitch gehörten die Modenschauen von Walter Rodrigues und Alessa zu den Höhepunkten der Rio Fashion Week. Rodrigues zeigte eine Kollektion, die von den Amish People inspiriert ist. Und Alessa ließ sich von Teppichen inspirieren. Richtig gelesen. Teppiche. Die Umsetzung ihrer Inspirationsvorlage jedoch war erstaunlich, ebenfalls ihr Auftritt nach dem Defilee. Sie tanzte über den Catwalk. Ein ungewöhnlicher Anblick. Rio eben.

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Das Ende von Health Goth?

Im August haben wir erstmalig über den Trend Health Goth berichtet.

Die Begriff zum Trend stammt von Mike Grabarek und Jeremy Scott – einem R’n’B Duo (Magic Fades) aus Portland, USA – sie erstellten April 2013 eine #healthgoth Facebook Fanpage.

Auf ihrer Facebook Seite posten sie alles was sie zur Health Goth Welt zählen: Schwarz-weisse PORSCHE DESIGN Performance-Sneaker, Kampagnenbild der H&M x Alexander Wang Kooperation, NORTHFACE Etip Handschuhe, bionisch-futuristische Körperteile und Kampfmonturen für den Übermensch der fernen Zukunft.

Die Health Goth Fanpage gewann schnell an Zuwachs. Die Welt der HealthGother schien in Ordnung. Doch dann kam das erste böse Mainstream-Medium – die französische Frauenzeitschrift Marie Claire – und berichtete vor fünf Tagen über den Trend: Health Goth – the Latest Trend You’ve Never Heard of

So erklärte die Marie Claire ihren Leserinnen den Trend:

…it’s a very modern mix of gothic and punk sensibilities (think dark colours, figure-hugging silhouettes and heavy statement accessories) and futuristic sport-luxe. Weird? Very. Cool? Apparently.

Die Health Goth Szene (also: alle, die ganz undergroundig auf der Health Goth Facebook Seite rumhängen, waren entsetzt. Man hatte ihre Bewegung verraten. Entzürnte Health Gother tippten wutentbrannt R.I.P. Health Goth in die Tasten ihres MACs:

Auch das australische Oyster Magazine, das im Gegensatz zur Marie Claire, zu den Guten, den Medien gehört, denen man Insiderwissen zugesteht, titelte: RIP The Trend That Never Was. Doch markiert der Marie Claire Artikel wirklich das Ende von Health Goth?

Es ist der Anfang vom Ende, nicht das Ende. Die modische Vorhut (eine Handvoll Wissender) wird schnell weiterziehen, auf zum “Next big thing”, doch die breite Masse wird erst durch Medien wie der Marie Claire auf den Trend aufmerksam gemacht. Der Trend ist also gerade erst dabei so richtig ins Rollen zu kommen (Merci, Marie!).

Health Goth ist ein Trend, der wie Seapunk im Internet entstand. Es ist das Zukunftsmodell für die Entstehung von Trends (und wie man sieht auch schon das gängige Modell der Gegenwart). Das Internet ist ein gigantischer Multiplikator und Beschleuniger. Früher hat es Jahre gedauert bis ein Trend vom Underground in den Mainstream gelangte. Die Eintrittsbarrieren um Teil einer Bewegung zu sein, waren deutlich höher:

Man lehnte sich gegen die Eltern auf (Hippie). Man hing schwarz-geschminkt mit gruseligen Gestalten auf Friedhöfen rum (Gothic). Oder trank den ganzen Tag, pöbelte, grölte und durchlöcherte einen Großteil seines Körpers mit Piercings (Punk).

Heute sitzt man zu Hause vor dem Laptop, lädt Bilder hoch, kommentiert, liked und shared (Health Goth). Nie war es leichter Teil einer Bewegung zu sein, daher ist es kein Wunder, dass eine Bewegung schneller im Mainstream landet als ein Karnickel ficken kann.

Eine Konsequenz unser Zeit. Nicht das Aufgreifen des Trends vom Mainstream ist verwerflich, sondern das gespielte Entsetzen vom virtuellen Underground, welcher sich verraten fühlt.

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