„Resonating Spaces“

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Für die Kunst brach ich auf, verließ das Paradies, Mam-on Island, eine philippinische Insel, die so klein war, dass man sie auf einem Segway sicherlich problemlos innerhalb von Minuten durchquerte hätte.

Doch auf Mam-on Island gibt es noch keine Segways, dafür Bangkas, einfach gebaute Holzboote, auf einem dieser laut knatternden Vehikel erreichte ich die nächst größere Insel, von der es weiterging, in einer kleinen Propellermaschine.

Ein etwa 6-jähriger Junge, es soll bei einer Schätzung bleiben, denn ich bekam ihn nur von hinten zu sehen, jubelte bei jedem Luftloch, von denen es einige auf dem Flug gab. Immer dann, wenn unser Flieger abrupt an Höhe verlor, ich verzweifelte, riss er jubelnd die Arme in Luft, wie bei einer Achterbahnfahrt.

Auf den kleinen Flieger folgte ein sehr großer, indem ich Stunden verbrachte, ein Pitstop in Berlin, und eine sanfte Landung in Basel, dem Ziel meiner Reise.

Denn die Foundation Beyeler hatte zu „Resonating Spaces“ geladen, einer Ausstellung, in der das Werk von fünf Künstlerinnen – Leonor Antunes, Silvia Bächli, Toba Khedoori, Susan Philipsz und Rachel Whiteread – gezeigt wird, die sie sich allesamt in unterschiedlicher Form, akustisch, Skulptur, Zeichnung, mit Räumlichkeit auseinandersetzen.

Das hier ausschließlich die Kunst von Frauen präsentiert wird, ist keine bewusst getroffene Entscheidung, so Kuratorin Theodora Fischer, es hat sich einfach so ergeben.

Die bekannteste Künstlerin des Quintetts ist Rachel Whiteread, die Abgüsse realer Objekte erstellt, nicht als Kopie, sondern als Negativform.

Nicht alle Arbeiten von „Resonating Spaces“ lassen sich auf den ersten Blick dem Thema der Ausstellung zuordnen.

Von der Schweizer Künstlerin Bächli gibt es Zeichnungen, gerinnene Striche, Linien, zu sehen und eine Geschichte zu hören: Für eine ihrer abstrakten Arbeiten ließ sie sich von einer Fliege inspirieren, die durch ihr Studio flog, die Künstlerin zeichnete die Fluglinien ihrer summenden Besucherin nach.

Nach dem Austellungsbesuch beschloss ich mich noch kurz in unserem Hotel, dem Nomad, hinzulegen, um für das Dinner fit zu sein, doch aus Powernap wurde Deep Sleep, der böse Jetlag, ich schlief.

Und schlief und träumte von einem klingelnden Hummertelefon und einem Käse-Fondue-Topf, so groß wie der Jacuzzi von Ottmar Hitzfeld, indem, so sah ich einst in einer TV-Doku, bis zu drei Brasilianerinnen Platz haben. Direkt gegenüber saß mir der junge Salvador Dali, um dessen Kopf Smartphones kreisten, der sich genüsslich ein Brotstückchen, welches er zuvor in den geschmolzenen Käse getunkt hatte, in seinen Mund schob.

Am nächsten Morgen, nach einem Bircher-Müsli im Nomad, hier gibt es tatsächlich das beste Bircher-Müsli der Schweiz, ging es in das Vitra Design Museum.

Dort wird bis zum 19. Januar 2020 „Objekte der Begierde. Surrealismus und Design“ präsentiert.

Es wird gezeigt, wie stark der Surrealismus das Design der letzten 100 Jahre beeinflusst hat. Kunstwerke von Größen wie Max Ernst, Man Ray und dem Mann aus meinen Träumen – Salvador Dali – werden vom Surrealismus beeinflussten Design gegenübergestellt – zu sehen sind Filme, Fotografien, Interieur, Design, Kunst etc.

Die Ausstellung ist in drei Teile unterteilt: Im ersten Part kommt es zur Surrealismus Bestandsaufnahme.

Es folgen Alltagsobjekte, die die Surrealisten ‚ad absurdum‘ führten. Im dritten Teil der Ausstellung geht es um Liebe, Erotik und Sexualität – hier gibt es u.a. Salvador Dalis weltberühmtes „Mae West Lip Sofa“ zu sehen. Und ganz zum Schluss wirft das Vitra Design Museum einen Blick auf den immensen Einfluss, die die „primitiven Kunst“ auf die Surrealisten ausgeübt hat.

Category: #dandydiaryspace

Tags: Fondation Beyeler, Salvador Dali, Surrealismus

Von: David Kurt Karl Roth

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