Red Flag: Dior

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Wieder einmal hat es sich eine Luxusmarke mit dem chinesischen Markt verscherzt. Diesmal in der Kritik – Dior. Das französische Label gab letzte Woche eine Präsentation an einer chinesischen Universität und wollte eigentlich nur seine Shops auf einer Karte des Landes visualisieren. Nur leider fehlte auf dieser die Insel-Region Taiwan.

Auf die Frage einer Studentin, warum man Taiwan exkludiert habe, folgte Applaus ihrer Kommiliton*innen und eine notgeborene Ausrede der Dior-Mitarbeiterin: Sie ließ verlauten, Taiwan sei schlichtweg zu klein und daher im Maßstab nicht sichtbar. Leider ein sehr schwammiger Vorwand, denn wie die Studentin sie korrigierte, ist die Insel flächenmäßig fast identisch mit der chinesischen Halbinsel Hainan. Die hingegen war abgebildet.

Wieder folgte Applaus und die Dior-Mitarbeiterin –langsam in die Enge getrieben– gab kleinlaut zu, sie sei nur für das chinesische Festland zuständig. Eine ebenfalls sehr schwierige Aussage, denn Taiwan wird demokratisch regiert und ist folglich dem Regime in Peking ein Dorn im diktatorischen Auge. Ein bewusster Schachzug seitens Dior also, um den Markt des Festlandes nicht zu verprellen?

Auf keinen Fall, beteuerte der Modekonzern und kroch im sozialen Medium Weibo zu Kreuze. Man nehme den Vorfall sehr ernst, sei ein Freund von China und dem Schutz der Landes-Souveränität verschrieben. Der Vorfall wurde gänzlich der Mitarbeiterin in die Schuhe geschoben, die schlichtweg eine falsche Beschreibung geliefert habe.

Erst im letzten Jahr hatte Dolce & Gabbana mit seiner Werbekampagne für Aufregung gesorgt, in der ein chinesisches Model dargestellt wurde, das verzweifelt versuchte, Pizza und Spaghetti mit Stäbchen zu essen. Kulturelle Elefanten im Porzellanladen waren im vergangenen August auch Givenchy und Versace, die Hongkong und Taiwan als separate Länder dargestellt hatten.

Ein inakzeptabler Trend, der auch aus rein ökonomischer Perspektive gefährlich für die Modehäuser werden könnte, denn chinesische Kunden nehmen mittlerweile knapp ein Drittel der aktuellen Luxus-Verkäufe ab.

Category: News

Tags: Peking, Taiwan

Von: Fabian Alexander Stammen

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