Prüde, neue Welt

🙉🐷
Mann oder Frau?! @genderless_nipples
@jaanakristiina
Von links nach rechts: @lilit__u, @arvidabystrom
@habitual_body_monitoring
@amaliaulman
Von links nach rechts: @show_you_mine, @rachel_roze_cuccia
@habitual_body_monitoring

by Peter Kaaden "Louvre"

by Peter Kaaden "Louvre"

by Peter Kaaden "Louvre"

by Peter Kaaden "Louvre"

Zensur stellt seit jeher eine Motivation für kreatives, künstlerisches Schaffen dar. Man denke nur an das Werk des chinesischen Künstlers Ai WeiWei, für den Überwachung, Drangsalierung und die Zensur seines Heimatlandes zum wichtigsten Bestandteil seiner Arbeiten wurden.

Zensiert wird nicht nur in autoritären Staaten, sondern auch auf den sozialen Medien – Facebook und Instagram. Bei Zuckerberg’s Prüderie würden unseren in den 1960er nackt auf LSD umher tollenden Eltern die Schamesröte ins Gesicht laufen.

Es gibt klare Regeln, was geht und was nicht: Männer, beispielsweise, dürfen ihre Nippel zeigen. Frauen hingegen nur, wenn an ihren Brustwarzen ein Baby nuckelt. Für viel Rummel sorgte der Instagram Account @genderless_nipples – auf dem sowohl Nippel von Frauen als auch Männern gezeigt werden.

Als Nahaufnahmen, ohne Kontext, so dass der Mechanismus von Instagram nicht immer in der Lage ist zu erkennen, ob es sich um eine weibliche oder männliche Brust handelt, teilweise wurden – so die Betreiber des Accounts – auch schon Männernippel zensiert.

Auch ein aktuelles Buchprojekt arbeitet mit der Zensur von Instagram: “Pics or It Didn’t Happen: Images From Instagram”.

Ein Buch, für das die Macherinnen Arvida Byström und Molly Soda via Instagram dazu aufforderten, dass man ihnen von Instagram verbannte Fotos zu schickt.

Über 100 Fotos sind im Buch sehen, viele davon brechen ganz offensichtlich die Community Guidelines der Social-Media-App (“violent, nude, partially nude, discriminatory, unlawful, infringing, hateful, pornographic, or sexually suggestive”), bei anderen Fotografien fragt man sich, wie es zur Zensur kommen konnte.

Auch Fotograf und Dandy Diary Intimus Peter Kaaden ließ sich bereits von den prüden Facebook Guidelines inspirieren. Als Kaaden vor rund 2 Jahren ein Foto von einem Louvre Besuch auf Facebook veröffentlichte, wurde es nach 3 Minuten gelöscht. Zensur wegen Nacktheit.

Daraufhin erstellte Kaaden “Facebook-Friendly” Fotos von den Kunstwerken des Louvre, auf denen die Geschlechtsteile und Nippel verpixelt dargestellt wurden. Zielsetzung des Projekts: die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass die Kriterien, nach denen zensiert wird, nicht immer sinniger, nicht immer nachvollziehbar sind.

Folgen von derart prüden Richtlinien sind nicht zu vermeiden. Der Einfluss von Facebook und Instagram ist zu groß. Es droht: prüde Menschen, die einen Nippel anstößig finden.

 

 

Category: News

Tags: Instagram

Von: David Kurt Karl Roth

Fotos via: Dazed & Confused

Instagram