Picasso Baby!

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„Oh what a feeling, Picasso Baby, Ca Picasso baby, Ca ca Picasso Baby, Ca ca Picasso baby, Oh what a feeling, Picasso Baby, Ca Picasso baby, Ca ca Picasso Baby, Ca ca Picasso baby“, rappt Hip Hop Mogul Jay-Z 2013, der sich – so entnehmen wir den Zeilen seines Hits – nichts sehnlicher als einen Picasso in seiner „Castle“ wünscht.

2018 hätte Jay-Z bei Auktion von Christie’s zuschlagen können, dort wurde Picassos Werk „Junges Mädchen mit Blumenkorb“ für 115 Millionen Dollar versteigert. Eine gewaltige Summe, fraglos, doch langfristig gesehen definitiv eine smarte Investition.

Denn das Werk wurde in einer Schlüsselphase im Leben Picassos gemalt. Anfang 1905, als aus dem verarmten Bohéme ein erfolgreicher Künstler wurde. Einer Zeit im Leben und Werk von Pablo Picasso, mit der sich die Fondation Beyeler in einer aktuellen Ausstellung auseinandersetzt: „Der Junge Picasso – Blaue und Rosa Periode“.

Es gibt Museen, da lohnt sich ein Besuch, egal welche Ausstellung gerade läuft, das Louisiana in Dänemark, zum Beispiel, und auch, seit unserem letzten Art-Trip haben wir Gewissheit, die Fondation Beyeler – ein wundervoller Ort. Das Museum, ein Bau von Renzo Piano, steht inmitten eines malerischen Parks, inkl. Seerosenteich, in dem, so die Legende, eine große, gefräßige Schlange lebt.

Die Schlange haben wir nicht gesehen, dafür beeindruckende, frühe Arbeiten von Picasso: U.a. Femme (Époque des „Demoiselles d’Avignon“) – eine Arbeit, zu der es eine wundervolle Anekdote zu erzählen gibt: Als Ernst Beyeler den Picasso  (seinen ersten) verkaufen wollte, sperrte sich seine Frau Hildy. Sie packte ihren Koffer, stellte ihn demonstrativ neben das Werk.

Das Ultimatum: Wenn der Picasso geht, dann gehe ich auch – schlussendlich blieben beide – der Frieden im Hause Beyeler war gerettet. Das Werk gilt als Gründerwerk der Sammlung Beyeler, für Picasso markierte es den Weg hin zum Kubismus. Doch der Grundstein für die große Karriere des Jahrhundert-Genies wurde schon ein paar Jahre früher gelegt: sein Umzug von Barcelona, wo Picasso studiert hat, nach Paris.

Gemeinsam mit seinen Art-Buddies Manuel Pallarès und Carlos Casagemas wollte Picasso den Sehnsuchtsort aller Künstler erobern. Doch erst einmal eroberten sie das Nachtleben. Sie besuchten Cabarets, tranken Wein und Absinth, rauchten Haschisch und Opium, tauchten ein in eine Welt, welche das Werk Picassos nachhaltig beeinflussen sollte: Prostituierte mit beeindruckenden Dekolleté, Morphin-Junkies, Puff-Muttis  und traurige Harlekins – einer unser Lieblingsmotive Picassos aus der Ära.

Nach zwei rauschenden Monaten in Paris zog Picasso vorerst zurück nach Spanien – der Grund: sein Freund Casagemas, der unter nicht erfüllter Liebe, Impotenz und der Sauferei litt, so sehr, dass er mit Suizid drohte. Doch auch Picasso sollte das Unglück nicht aufhalten können: Besessen von Germaine, einer exzentrischen Schönheit, kehrt Casagemas zurück nach Paris – ein letztes Dinner mit seiner Angebeteten.

Mit dabei, im lilafarbenen Samtjackett eine Pistole, mit der er erst Germaine, dann sich selbst in den Kopf schießt, sie überlebt, er stirbt. Ein Drama. Das Ende Casagemas. Der Beginn einer neuen Werkphase von Picasso: die Blaue Periode – absolut sehenswert – bis zum 26. Mai 2019 in der Fondation zu bestaunen. 

Category: #dandydiaryspace

Tags: Jay Z, Picasso

Von: David Kurt Karl Roth

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