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NEWS

 

One Piece Jumpsuit – will ich haben, muss ich haben, jetzt!

Es kommt nicht oft vor, dass ich das haben möchte, was der Teenie-Star Justin Bieber hat. Die Frisur beispielsweise möchte ich nicht haben. Selena Gomez auch nicht.

Allerdings hat Justin Bieber ein Kleidungsstück, das ich unbedingt auch in meinem, ehm, “Schrank” haben möchte: einen Einteiler mit USA-Flaggen-Print.

Ja, ja, ja, wir alle wissen, dass der US-Flaggen-Trend vorüber ist und nur noch nervt (ausgenommen ist hier selbstverständlich meine an mir festgewachsene Mission-Accomplished-Jeansjacke). Der Jumpsuit von Justin Bieber ist hier aber eine Ausnahme. Der darf getragen werden. Warum, werdet ihr jetzt fragen. Weil ich es sage, antworte ich.

Diesen affengeilen Jumpsuit gibt es von der Marke OnePiece zu kaufen. Billig ist er mit 180,- Euro nicht. Aber was ist schon billig, außer Selena Gomez (kreisch!)?

Wie der Zufall so will, eröffnet OnePiece morgen in Berlin einen Pop Up-Store, in dem man das Teil sicherlich kaufen kann. Wer will, darf mir gern einen mitbringen, denn ich kann leider Gottes (verfickte Scheisse nochmal) aus Zeitgründen nicht in Berlin sein.

Da Jumpsuits seit geraumer Zeit zwar nicht unbedingt tragbar, in jedem Fall aber total angesagt sind, habe ich seit Chanukka 2010 auch einen, wie folgendes Foto beweist. Ich brauche aber natürlich trotzdem noch einen. Falls jetzt jemand anmerken möchte, dass meine damalige Frisur irgendwie schon ein bißchen in die Oldschool-Justin-Bieber-Richtung geht, entgegne ich: Ich bin Ski gelaufen, hatte den ganzen Tag eine Mütze an und in keinster Weise vor, wie Justin Bieber auszusehen, du Arsch!

 

SPECIAL

LOOKBOOKS

 

Chris Brown x SNIPES – Capsule Collection

Nachdem SNIPES neulich schon mit dem Rapper Machine Gun Kelly kollaborierte, geht es nun mit Chris Brown in die nächste Runde. Passend zum Style des Sängers gibt es eine Capsule Collection mit Kapuzenpullovern in pastelblau und rosa, einem astreinen Jogginganzug, der selbst jeden Ost-Londoner Halbstarken Stolz machen würde und einem Trikot-Jersey. Alles auf den Punkt genau zeitgemäß. So macht man das heutzutage.

Der Sänger, der – glaubt man der Legende (was wir ja immer sehr gern tun) – in einer Tankstelle aufwuchs, mit 15 Jahren entdeckt wurde und dann schnell seinen ersten Nummer 1-Hit hatte, sagt zur Zusammenarbeit mit dem Streetwear-Label: „SNIPES fördert Kreativität und versteht, dass Künstler sich entwicklen. Mir als Künstler ermöglichst das mit einer Lifestyle-Brand ohne Kompromissen zu arbeiten und meine Kreativität zum Ausdruck zu bringen.“

Im zur Kollektion erscheinenden Video zeigt Brown dann auch gleich mal, wie GENAU er seine Kreativität zum Ausdruck bringt: er tanzt extrem smooth durch die Gegend, junglet durch die nächtliche Großstadt und malt ein Graffiti auf eine Leinwand.

Die Chris Brown x SNIPES-Kollektion ist ab dem 6. Juni online auf www.snipes.com und in ausgewählten SNIPES-Stores erhältlich. 

 

VIDEO

TRENDS

 

Soft Hardcore: Der Siegeszug der Metal-Hipness

Spätestens, seitdem es Kiss-Bassist Gene Simmons vor zwei Jahren verkündete, ist Rock offiziell tot. In musikalischer Hinsicht sind Hiphop, elektronische Musik und naturgemäß Pop tonangebend. Und auch auf subkultureller, modischer und gesellschaftlicher Ebene schien Rock mehr und mehr stiefmütterlich behandelt, ja, nahezu bedeutungslos. Bis jetzt.

Denn: Die Metal-Ästhetik und mit ihr die Logos und Artworks von dem Genre zugehörigen Bands sind angesagter denn je. Justin Bieber trägt regelmäßig T-Shirts mit Metallica-Prints, Supreme hat bereits mehrfach mit Black Sabbath eine Kooperation herausgebracht, deren Käufer vermutlich noch nie auch nur einen Song der Band gehört haben. Und eine mehr als offensichtliche Iron-Maiden-Referenz gab es bereits bei Balenciaga zu bestaunen.

Flammen-Motive, über deren modische Relevanz wir bereits hier berichtet haben, sind vor allem dank Vetements wieder und völlig unerwartet mehr als hip, ebenso wie Schriftzüge in Fraktur und ein religiös-mystisch anmutender Vibe. Die Fraktur hat Kanye West mit seinem Merch zu „The Life of Pablo“ kurzerhand zumindest halbwegs von ihrem in der rechten Szene verorteten Image befreit. Und Rick Owens vertritt seit Jahren hoch erfolgreich eine verrucht-rockige Stimmung, die nicht mehr nur im Berghain gut anbekommt.

Die Rückkehr einer in ihren Grundzügen maskulin-aggressiven Ästhetik hängt mit Sicherheit mit dem sich wandelnden Männerbild zusammen, über das Adriano Sack und Frederik Schwilden bereits an dieser Stelle schrieben. Während die für Männer typischen, vor Kraft strotzenden und prolligen Eigenschaften mehr und mehr verloren gehen, findet auf ästhetischer und stilistischer Ebene eine Kompensation eben dessen statt: Tattoos, Bärte, gestählte Körper und auch der Metal-Szene entlehnte Codes und Motive lassen den vermeintlich geschwächten Mann weiterhin stark erscheinen. Zumindest von außen.

Dazu kommt ein Grundproblem, mit dem sich alle Designer konfrontiert sehen: Dem Aussterben der Subkulturen. Während es in den vergangenen Jahrzehnten unter Jugendlichen zum guten Ton gehörte, sich von der Masse abzugrenzen, einer Subkultur zuzugehören und so Rebellion und das Anders-Sein zu üben, wollen Jugendliche mittlerweile – zumindest laut der letzten Sinus-Studie – Mainstream sein.

Daraus lässt sich nunmal reichlich wenig Inspiration ziehen. Und so wird auch weiterhin auf bereits vorhandene und bereits totgeglaubte Strömungen und Stile zurückgegriffen werden müssen. Das ist aber völlig in Ordnung, besonders dann, wenn es doch so gut und lässig aussieht wie die Metal-Ästhetik.

Text: David Jenal

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