Nobuyoshi Araki „Impossible Love“

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Selbstporträt: ARAKI

Araki x SUPREME

ARAKI x SUPREME

Björk gehört zu seinen treusten Fans. Er trägt Teufelshörner, die gleiche Frisur, wie der Prodigy Frontman, wenn auch ohne Farbe. Und von ihm stammt der schöne Satz: Die Kamera ist mein Phallus.

Nubuyoshi Arrake, der bekannteste japanische Fotograf. Sein Werk polarisiert. Der Vorwurf, dass er in seiner Arbeit Frauen erniedrigt, begleitet ihn seit Beginn seiner Karriere als Künstler. Jetzt –  zu #meTOO Zeiten – wird Arakis Arbeit mit einer Ausstellung in der Berliner C/O Gallery gewürdig, spannend:

„Impossible Love – Vintage Photographs“ wird vom 7. Dezember 2018 bis 03. März 2019 gezeigt. Araki Fans und Kritiker bekommen frühe Polaroid-Arbeiten zu sehen und neu von ihm entwickelte Dia-Projektionen. Von Blumenbildern – über intime Shots von seiner bereits verstorbenen Frau – bis hin zu Fotografien von Frauen, nackt, gefesselt, in teils für uns fragwürdigen Posen, die ihn berühmt machten.

Unser, das europäische Denken: Fesselung demonstriert die Inbesitznahme des Anderen, die Kontrolle über den anderen Menschen. Der, der sich fesseln lässt, unterwirft sich. In Japan hingegen hat die Fesselung des Frauenkörpers eine besondere Geschichte. Sie kann für eheliche Treue stehen, aber auch für das Gegenteil: Selbstbestimmtheit.

Um Araki zu kritisieren, und: zu lieben, ist es wichtig sich mit der japanischen Tradition der Fesselung auseinanderzusetzen, sonst steht man entsetzt vor einem Araki wie ein Sentilese – mit Pfeil und Bogen – vor einem Mc Donald’s. Araki wurde 1940 in Tokio geboren, mit 12 Jahren begann er zu fotografieren. Zu seinen Idolen zählt Araki Henri Cartier-Bresson und Jean-Lud Godard.

Bevor er sich Kunst widmete, arbeitete Araki in Dentsu, einer Werbeagentur, in der auf Yoko, seine Frau und Muse, traf. Die Arbeit in der Werbeagentur war es, so Araki, die ihn in die Kunst trieb. Er verabscheute die kommerzielle Fotografie und entschloss sich 1972 die Agentur zu verlassen.

Er begann mit Fotografien von Kindern in Tokio, poetischen Stillleben und erotischen Blumenaufnahmen, welche sich wie ein roter Faden durch sein Lebenswerk ziehen. Sie stehen für Araki nicht nur für Erotik, sondern auch für Vergänglichkeit: „Für mich hat der Moment, in dem die Blume zu verwelken anfängt und sozusagen der Tod eintritt, am meisten Ausstrahlung“, so Araki.

In den frühen 70’s begann Araki auch mit den ersten Körperbildern: Close-Up’s von Vaginen, in schwarz-weiß, so direkt, so nah, dass sie für einen Skandal in Japan sorgten – und Araki berühmt machten. Auf die Frage hin, wann Araki die Vagina als zentrales Motiv entdeckt hätte, antwortet der Fotograf der Welt Online:

„Bei meiner Geburt. Ich habe nach hinten geblickt und sah die Höhle meiner Mutter, aus der ich kam. Etwas sehr schönes“. Doch seine erotischen Fotos existieren nicht abgeschlossen, werden nicht solo präsentiert, sondern immer im Zusammenspiel mit anderen Stillleben oder Architekturfotografie.

So kommt es zum Clash von Privatheit und Öffentlichkeit sowie dem Alltäglichen und Bedeutsamen. Auch in der C/O Gallery. In der nur ein vergleichsweise minimaler Teil von Arakis Arbeit gezeigt werden. In 75 Jahren hat Araki 450 Fotobücher veröffentlicht – ein Workaholic! Ein Genie! Ein Perverser?

Category: News

Tags: Impossible Love, Nuboyoshi Araki, supreme

Von: David Kurt Karl Roth

Alle Fotos:: Nobuyoshi Araki

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