No Likes

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An schlechten Tagen wirkt Facebook Gründer Mark Zuckerberg wie Bibi Blocksberg, wenn sie die Kontrolle über ihren „fliegenden Besen“ verloren hat.

Wenn Zuckerberg nicht gerade vom demokratischen Shootingstar Alexandria Ocasio-Cortez vor dem US-Kongress gegrillt wird, gibt Facebook und Instagram (ebenfalls Teil des Zuckerberg Imperiums) bekannt, was alles geplant ist, um den User und dessen fragile Psyche zukünftig besser zu schützen.

Rund 6 Monate nach Ankündigung begann in den USA, dem Heimatmarkt, ab dem 10. November ein Testlauf:  Ein Eingriff in das Like-Business – User können noch Insta-Posts liken, sie sehen jedoch nicht, wieviel andere User das Bild vor ihnen bereits mit einem Herzchen versehen haben (derjenige, dessen Foto geliked wurde, sieht weiterhin das glücklich machende Herzchen aufblinken).

Zuvor wurde die neue Strategie bereits erfolgreich in Japan, Australien, Kanada und anderen Ländern getestet.

Daher kommt es zu der Ausweitung des Testlaufs – weltweit mit einzelnen Usern, auch in Deutschland.

Man will, so Adam Mosseri, Instagram CEO, jungen Menschen den Druck nehmen, d.h. weniger Like-Jagd, so dass „sie sich besser auf das konzentrieren können, was wirklich zählt: Beziehungen zu Menschen pflegen, die sie wirklich lieben.“

Dafür, das sei angemerkt, braucht es noch nicht einmal Instagram oder Facebook. Die ehrenwerte Mission „den User vor dem Like-Wahnsinn zu schützen“, kommt recht überraschend, denn in anderen Bereichen (Facebooks Umgang mit Fake News in der Politik) scheint der Schutz des Users nicht Priorität zu genießen.

Auch wenn die Umsetzung bislang nicht wirklich konsequent ist (denn öffentlich sichtbar weiterhin: Kommentare, außerdem sieht der Creator ja weiterhin eintreffende Likes) wirkt der Schritt, wie ein verzweifelter Versuch das selbst erschaffene Monster mit über einer Milliarden Nutzern weltweit zu zähmen.

Dafür wird sogar die Basis, die Währung der Aufmerksamkeitsökonomie in Frage gestellt – die Likes. Man spürt das Zuckerberg unter Druck gerät.

Was folgt? Der Verbot von Selfies? Gründe dafür würde es geben: Über 260 Menschen sind in den letzten Jahren bei einem Selfie gestorben.

Auch in Sachen AR-Filter wirkt das Vorgehen kopflos, strategielos, das gleiche „Zauberbesen-Szenario“:

Man erschafft mit „SPARK AR Creators“ ein Tool, mit dem User ihre eigenen Gesichtsfilter erstellen können.

Und versucht dann, im zweiten Schritt, wieder zu kontrollieren: Filter wie „Plastica“ oder „Bad Botox“, welche das Gesicht des Nutzers mit unnatürlich aufgespritzten Lippen oder einer schmaleren Nase zeigen, sind schon wieder gelöscht.

Category: #dandydiaryspace

Von: David Kurt Karl Roth

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