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Inteview: New York´s Wunderkind

Während der Swiss Textile Awards 2010 in Zürich traf ich Star-Designer Alexander Wang zu einem Interview für das BerlinFashion.Daily. Das Interview ist zur Berlin Fashion Week erschienen:

„Fashion ist keine Kunst, Fashion ist Business“. Dieser Satz, so ausgesprochen von Alexander Wang, dem „Wunderkind“ der amerikanischen Modebranche, sagt eine ganze Menge über den 26-jährigen Designer aus, dessen Label gerade dabei ist die Welt der Schönen und Reichen im Sturm zu erobern. Wang hat nicht die Ambition das Rad neu zu erfinden, sondern will Kleidung erschaffen, die getragen und gekauft wird. Eine gesunde Portion Realismus, die seiner Marke, einen Jahresumsatz von über 25 Millionen Dollar beschert. Im Interview verrät Wang, was er von großen Modeketten hält, die seine Looks kopieren. Welche Rolle die Familie in seinem Erfolgsunternehmen spielt. Und warum Kritik nicht gleich Kritik ist.

Foto: cdn.picapp.com; Mr. Wang

New Yorks Downtown Prinz der Dunkelheit wendet sich dem Licht zu. In deiner Spring/Summer 2011 Kollektion hast du komplett auf Schwarz verzichtet. Warum?

Ich wollte weg von diesem toughen, dunklen Look, für den ich bekannt bin. Bewusst habe ich helle, optimistische Farben, sowie leichte Stoffe verwendet. Ziel war es etwas Pures, etwas Reines zu erschaffen. Und natürlich war die Show auch eine Reaktion auf die kommerzielle Verbreitung meines Looks. Wenn jeder Skinny-Pants und Biker-Jackets macht, ist es nicht mehr neu, oder?

Große Modeketten haben deinen Look kopiert, man kann sagen zerstört. Fast-Fashion-Ketten – deine Meinung?

Es wird dich verwundern, doch ich verurteile Modeketten wie H&M und Zara nicht, denn sie treiben mich an. Wenn ich kopiert werde, muss ich weitergehen. Sie verhindern eine Stagnation. Zudem sind ihre Kopien, ja auch eine Verneigung vor mir, dem Schöpfer. Es ehrt mich, dass sie meine Kreationen zum Vorbild nehmen. Modeketten verbreiten meine Ideen, wenn auch nicht mit meinem Label in der Innenseite des Kleidungsstücks.

Kurz nach der Show in New York hast du erklärt, dass das Konstruktions-Thema der Kollektion mit dem derzeitigen Bau-Boom in deinem Leben zu tun hat.

Richtig. Es kam zu einer räumlichen Expansion, die meine aktuelle Kollektion inspirierte. Ich habe meinen ersten Shop eröffnet. Ein Traum, den ich schon sehr lang hatte, und nun realisieren konnte. Schlussendlich habe ich mich für das Gebäude des ehemaligen Yohji Yamamoto Store, in Soho, New York entschieden. Die Räumlichkeiten sind perfekt. Viele, und vor allem große Fenster, machen die Location zu einem Traum. Ein neues, größeres Studio, sowie Appartement habe ich auch. Die Kollektionen verkaufen sich prächtig, auch Stars wie die Olsen Twins lieben meine Sachen. Man kann sagen, dass es nicht viel besser laufen könnte.

 

Doch nicht jeder ist ein bekennender Wangster. New York Times Kolumnisten Cathy Horyn hat kürzlich einen kritischen Artikel über dich verfasst. Ihre Headline: Alexander is not a great Designer! Wird Sie zu deiner nächsten Show eingeladen?

Man wird sehen.

Ist das ein Nein?

Um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass es viel Sinn machen würde Mrs. Horyn zu meiner nächsten Show einzuladen. In ihrem Artikel, der nicht kritisch, sondern vernichtend ist, lässt sie kein gutes Haar an mir und meiner Mode. Ich würde sagen, dass sie meine Ansichten über Mode nicht teilt, besser gesagt nicht versteht. Viel mehr möchte ich nicht zu dem Thema sagen.

Das akzeptiere ich. Lass uns über deine Familie sprechen, die nicht nur privat, sondern auch in beruflicher Hinsicht eine wichtige Rolle für dich spielt.

Gern. Man kann sagen, dass Alexander Wang ein Familien-Business ist. Meine Schwester und Bruder sind in das Unternehmen involviert. Sie kümmern sich um die internationalen Geschäfte und Marketing. Und meine Mutter kaufte mir meine erste Nähmaschine, brachte mich somit überhaupt erst dazu Mode zu entwerfen.

Stimmt es, dass du deine erste Show in jungen Jahren, während der Hochzeit deines Bruders gezeigt hast?

Ja, das stimmt. Ich war 15 Jahre alt, als mich mein Bruder fragte, ob ich nicht Lust hätte meine Kreationen im Rahmen seiner Hochzeit zu präsentieren. Ich hatte Lust, so kam es, dass ich 35 Looks zeigte. Es wurden sogar Hair- und Make-Up Artisten für die Show engagiert. Familie und Freunde haben mich schon immer unterstützt.

Facebook nach zu urteilen, hast du eine Menge Freunde.

106.533, um genau zu sein. Dass das nicht alles meine Freunde sind, kannst du dir wohl denken. Social-Media, dazu gehört auch Facebook, sind heutzutage sehr wichtig für ein Label. Mit Hilfe von Facebook kann ich in Kommunikation mit meinen Kunden treten, dass ermöglicht uns eine ganz andere Einbindung des Endkonsumenten, wie es früher nicht möglich gewesen wäre.

Am Ende unseres Gesprächs werde ich dir drei Begriffe nennen, du gibst mir drei Antworten.

 

Brenda und Kelly

Seriendarstellerinnen von Beverly Hills 90210, meiner favorisierten Serie der 90er Jahre. Ich habe Bags nach ihnen benannt.

Insekten

Grauenvoll, egal wie groß oder klein.

M.O.D

Model of Duty. Viele Models tragen meine Kleidung auch privat, nicht nur auf dem Runway, daher wird der Begriff oftmals im Zusammenhang mit mir genannt.

SPECIAL

LOOKBOOKS

 

Chris Brown x SNIPES – Capsule Collection

Nachdem SNIPES neulich schon mit dem Rapper Machine Gun Kelly kollaborierte, geht es nun mit Chris Brown in die nächste Runde. Passend zum Style des Sängers gibt es eine Capsule Collection mit Kapuzenpullovern in pastelblau und rosa, einem astreinen Jogginganzug, der selbst jeden Ost-Londoner Halbstarken Stolz machen würde und einem Trikot-Jersey. Alles auf den Punkt genau zeitgemäß. So macht man das heutzutage.

Der Sänger, der – glaubt man der Legende (was wir ja immer sehr gern tun) – in einer Tankstelle aufwuchs, mit 15 Jahren entdeckt wurde und dann schnell seinen ersten Nummer 1-Hit hatte, sagt zur Zusammenarbeit mit dem Streetwear-Label: „SNIPES fördert Kreativität und versteht, dass Künstler sich entwicklen. Mir als Künstler ermöglichst das mit einer Lifestyle-Brand ohne Kompromissen zu arbeiten und meine Kreativität zum Ausdruck zu bringen.“

Im zur Kollektion erscheinenden Video zeigt Brown dann auch gleich mal, wie GENAU er seine Kreativität zum Ausdruck bringt: er tanzt extrem smooth durch die Gegend, junglet durch die nächtliche Großstadt und malt ein Graffiti auf eine Leinwand.

Die Chris Brown x SNIPES-Kollektion ist ab dem 6. Juni online auf www.snipes.com und in ausgewählten SNIPES-Stores erhältlich. 

 

NEWS

 

NikeLab x Olivier Rousteing oder: Das Übertreffen der eigenen Stillosigkeit

Dass Olivier Rousteing, Kreativdirektor bei Balmain, sich bei uns mit seinen Entwürfen in der Vergangenheit nur mittelmäßig beliebt gemacht hat, ist kein Geheimnis. Die Zusammenarbeit von Balmain und H&M war in jeglicher Hinsicht ein Verbrechen an der Modebranche und eine Zumutung für jeden stilbewussten Bewohner dieser Erde. Und auch im Tagesgeschäft bei Balmain beweist Rousteing wenig Gespür, dafür aber regelmäßig seine große Liebe zu Gold, Protz, Zweireihern und V-Ausschnitten.

Als wäre das nicht schon mehr als zu viel des Guten, hat der junge Olivier sich jetzt auch noch an Nike vergriffen. Für deren Innovations-Ableger NikeLab hat Franzose Fußballschuhe, Trainingsjacken und Tops gestaltet, die unter dem Einfluss von Rousteing sichtlich gelitten haben.

Viel Gold, unzählige Kordeln und Schnüre, Glanz-Effekte und Reißverschlüsse lassen die eigentlich mehr als tragbaren Nike-Produkte aussehen wie ein Best Of von Defshop, dem wohl stillosesten aller Online-Shops.

Warum Nike sich auf das Experiment, das auf stilistischer Ebene vollkommen nach hinten losgegangen ist, eingelassen hat, liegt auf der Hand: Der prollig-maskuline Style von Rousteing erfreut sich weiterhin größter Beliebtheit. Verkaufen wird sich die Kollektion blendend. Denn neben dem einfach Fußvolk sind vor allem Profi-Kicker von Prunk und Protz mehr als angetan. Ein “echter” Fußballer wurde bereits in der stillosesten aller Trainingsmonturen gesichtet: Cristiano Ronaldo posierte bereits für das Lookbook der Zusammenarbeit von Olivier und Nike. Na dann.

VIDEO

TRENDS

 

Soft Hardcore: Der Siegeszug der Metal-Hipness

Spätestens, seitdem es Kiss-Bassist Gene Simmons vor zwei Jahren verkündete, ist Rock offiziell tot. In musikalischer Hinsicht sind Hiphop, elektronische Musik und naturgemäß Pop tonangebend. Und auch auf subkultureller, modischer und gesellschaftlicher Ebene schien Rock mehr und mehr stiefmütterlich behandelt, ja, nahezu bedeutungslos. Bis jetzt.

Denn: Die Metal-Ästhetik und mit ihr die Logos und Artworks von dem Genre zugehörigen Bands sind angesagter denn je. Justin Bieber trägt regelmäßig T-Shirts mit Metallica-Prints, Supreme hat bereits mehrfach mit Black Sabbath eine Kooperation herausgebracht, deren Käufer vermutlich noch nie auch nur einen Song der Band gehört haben. Und eine mehr als offensichtliche Iron-Maiden-Referenz gab es bereits bei Balenciaga zu bestaunen.

Flammen-Motive, über deren modische Relevanz wir bereits hier berichtet haben, sind vor allem dank Vetements wieder und völlig unerwartet mehr als hip, ebenso wie Schriftzüge in Fraktur und ein religiös-mystisch anmutender Vibe. Die Fraktur hat Kanye West mit seinem Merch zu „The Life of Pablo“ kurzerhand zumindest halbwegs von ihrem in der rechten Szene verorteten Image befreit. Und Rick Owens vertritt seit Jahren hoch erfolgreich eine verrucht-rockige Stimmung, die nicht mehr nur im Berghain gut anbekommt.

Die Rückkehr einer in ihren Grundzügen maskulin-aggressiven Ästhetik hängt mit Sicherheit mit dem sich wandelnden Männerbild zusammen, über das Adriano Sack und Frederik Schwilden bereits an dieser Stelle schrieben. Während die für Männer typischen, vor Kraft strotzenden und prolligen Eigenschaften mehr und mehr verloren gehen, findet auf ästhetischer und stilistischer Ebene eine Kompensation eben dessen statt: Tattoos, Bärte, gestählte Körper und auch der Metal-Szene entlehnte Codes und Motive lassen den vermeintlich geschwächten Mann weiterhin stark erscheinen. Zumindest von außen.

Dazu kommt ein Grundproblem, mit dem sich alle Designer konfrontiert sehen: Dem Aussterben der Subkulturen. Während es in den vergangenen Jahrzehnten unter Jugendlichen zum guten Ton gehörte, sich von der Masse abzugrenzen, einer Subkultur zuzugehören und so Rebellion und das Anders-Sein zu üben, wollen Jugendliche mittlerweile – zumindest laut der letzten Sinus-Studie – Mainstream sein.

Daraus lässt sich nunmal reichlich wenig Inspiration ziehen. Und so wird auch weiterhin auf bereits vorhandene und bereits totgeglaubte Strömungen und Stile zurückgegriffen werden müssen. Das ist aber völlig in Ordnung, besonders dann, wenn es doch so gut und lässig aussieht wie die Metal-Ästhetik.

Text: David Jenal

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