New York Fashion Week: so viel kostet eine Modenschau

Die .. ehm .. “Fashionistas” von fashionista.com haben anlässlich der aktuell stattfindenden New York Fashion Week recherchiert und ausgerechnet, was eine Modenschau dort so kostet.

Wir fassen mal grob zusammen:

  • Für die Location muss man in New York zwischen 15.000,- und 60.000,- Dollar hinlegen. Für eine maximal halbstündige Show mag das viel erscheinen, angesichts von Aufbauarbeiten die gerne mal zwei bis drei Wochen dauern, wie etwa bei RALPH LAUREN, ist das aber fast schon ein Schnäppchen.
  • Das Styling der mühsam und natürlich immer auf den letzten Drücker genähten Outfit-Samples lassen sich die Designer für im Schnitt 10.000,- Dollar machen. Der Job des Stylisten kann dabei bis zu 14 Tage dauern. 
  • Produktion und PR der Show werden meist von einer Agentur übernommen, die dafür zwischen 10.000,- und 20.000,- Dollar berechnet. 
  • Für Hair & Make-Up der Models müssen die meisten Modehäuser gar nichts zahlen. Sie lassen sich das nämlich am liebsten von Haar- oder Beauty-Produkt-Herstellern sponsern. Wenn ein Designer es nicht packt, ein adäquates Sponsoring zu finden, ist er oder sie offenbar ziemlich doof. Denn einige Beauty-Marken zahlen sogar, damit sie bei einer Show die Models hübsch machen dürfen – und zwar zwischen 5.000,- und 15.000,- Euro. Es lohnt sich also, hin und wieder mal einen Champagner mit einem Haarspray-Hersteller zu trinken.
  • Die Models, die die brandneuen Klamotten auf ihren ausgehungerten Leibern präsentieren, kosten jeweils zwischen 200,- und 500,- Dollar. Bei 10 bis 20 Models pro Show summiert sich das. International bekannte Topmodels kosten schnell auch mal einige tausend Dollar. Der Kostenpunkt “Model” sollte also nicht unterschätzt werden, wenn ihr eure nächste NYFW-Show plant.
  • Für ein Livestreaming der Show auf eine der großen Mode-Websites zahlen die Labels 20.000,- bis 50.000,- Dollar. So können auch die kaufwütigen und reiseunwilligen Asia-Kunden checken, was sie sich als nächstes schicken lassen.
  • Damit jedoch nicht nur Suzy Menkes und ein paar Fachjournalisten über die gezeigte Kollektion und die aufwendige Inszenierung der Knaller-Schau schreiben, sondern auch der Boulevard und damit die Masse aufmerksam wird, braucht es: Celebrities. Für A-List-Promis, also David und Victoria Beckham zum Beispiel, legen die Modehäuser im Zweifel 100.000,- Dollar hin – was die gesamte Kalkulation einer Show mal eben ad absurdum führt. Zwei, drei hotte Celebrities können so schnell mal die Produktionskosten einer Schau verdoppeln. Aber immerhin berichtet dann die Yellow-Press darüber. 
Das ist natürlich alles sehr interessant und erhellend, was unsere Freundinnen von Fashionista da zusammengetragen haben. Immerhin zeigt es, dass eine durchschnittliche Show schon ohne Celebrities im Schnitt 200.000,- US-Dollar kostet. Große Shows, wie die von Marc Jacobs oder BURBERRY, so die Fashionistas weiter, kosten allerdings locker 1.000.000,- Dollar. Karl Lagerfelds CHANEL Exzesse oder der LOUIS VUITTON-Zug (Kosten: 8.000.000,- Dollar) sind dann nochmal in einer anderen Liga. Das ist zum Teil brutal absurd – und damit brutal geil!
 
Doch eines haben die Schreiberinnen und New York Fashion Week-Fashionistas irgendwie vergessen: die Mode.
Denn allein der Einkauf der Stoffe, das Nähen der Samples, all die minimal bezahlten Praktikanten und teuren Kurierfahrten quer durch die Stadt, sind auch nicht gerade billig. Aber das ist bei der New York Fashion Week ja sowieso egal. Hier geht es vor allem um die Show – und da sind 100k-Celebrities nunmal wichtiger, als teure Stoffe, vernünftig bezahlte Schneiderinnen und ein monatelang arbeitendes Design-Team.

Category: News

Von: Carl Jakob Haupt

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