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NEWS

 

New in: COMME des FUCKDOWN

Erstmalig hab ich das COMME des FUCKDOWN-Logo beim angesagten Rapper A$AP Rocky gesehen.Wenige Tage später dann habe ich drei arschkoole Typen mit ebenjenen Caps, Beanies und Shirts in New Yorks derzeit wohl schärfstem Club, dem Electric Room, gesehen. Spätestens da war mir klar: ich muss den Shit ebenfalls haben – um genauso kool zu sein wie A$AP Rocky und die heiße Crew aus dem Electric Room.

COMME des FUCKDOWN ist – das sieht ja wohl jedes Kind – eine Abwanldung der Rei Kawakubo Marke Comme des Garcons. Ausgedacht hat sich das der in New York und L.A. lebende Ukrainer Russ Karablin. In seinem Streetwear-Store verkauft er vornehmlich seine eigene Marke SSUR, vor knapp zehn Jahren hat er allerdings auch erstmals eine Mütze mit dem COMME des FUCKDOWN-Print angeboten. Seit kurzem gibt es jetzt eine Neuauflage in Form einer kompletten Kollektion, die sich vor allem bei New Yorker Rappern großer Beliebtheit erfreut. Die toughen Boys wollen mit der Marke sowohl Street Credibility und Lokalpatriotismus als auch das Wissen um Mode und Rei Kawakubo demonstrieren. Finden wir natürlich super. Genauso wie Rap-Musik.

Als Begründung für die Neuauflage der COMME-Kollektion sagte Karablin dem Vice Magazine übrigens kürzlich:

“We brought it back again to tell the world to just chill the fuck out.”

Okay, geht klar. Wir chillen dann jetzt auch mal the fuck out. Ist schließlich Sonntag.

LOOKS

LOOKBOOKS

SPECIAL

TRENDS

 

Das Ende von Health Goth?

Im August haben wir erstmalig über den Trend Health Goth berichtet.

Die Begriff zum Trend stammt von Mike Grabarek und Jeremy Scott – einem R’n’B Duo (Magic Fades) aus Portland, USA – sie erstellten April 2013 eine #healthgoth Facebook Fanpage.

Auf ihrer Facebook Seite posten sie alles was sie zur Health Goth Welt zählen: Schwarz-weisse PORSCHE DESIGN Performance-Sneaker, Kampagnenbild der H&M x Alexander Wang Kooperation, NORTHFACE Etip Handschuhe, bionisch-futuristische Körperteile und Kampfmonturen für den Übermensch der fernen Zukunft.

Die Health Goth Fanpage gewann schnell an Zuwachs. Die Welt der HealthGother schien in Ordnung. Doch dann kam das erste böse Mainstream-Medium – die französische Frauenzeitschrift Marie Claire – und berichtete vor fünf Tagen über den Trend: Health Goth – the Latest Trend You’ve Never Heard of

So erklärte die Marie Claire ihren Leserinnen den Trend:

…it’s a very modern mix of gothic and punk sensibilities (think dark colours, figure-hugging silhouettes and heavy statement accessories) and futuristic sport-luxe. Weird? Very. Cool? Apparently.

Die Health Goth Szene (also: alle, die ganz undergroundig auf der Health Goth Facebook Seite rumhängen, waren entsetzt. Man hatte ihre Bewegung verraten. Entzürnte Health Gother tippten wutentbrannt R.I.P. Health Goth in die Tasten ihres MACs:

Auch das australische Oyster Magazine, das im Gegensatz zur Marie Claire, zu den Guten, den Medien gehört, denen man Insiderwissen zugesteht, titelte: RIP The Trend That Never Was. Doch markiert der Marie Claire Artikel wirklich das Ende von Health Goth?

Es ist der Anfang vom Ende, nicht das Ende. Die modische Vorhut (eine Handvoll Wissender) wird schnell weiterziehen, auf zum “Next big thing”, doch die breite Masse wird erst durch Medien wie der Marie Claire auf den Trend aufmerksam gemacht. Der Trend ist also gerade erst dabei so richtig ins Rollen zu kommen (Merci, Marie!).

Health Goth ist ein Trend, der wie Seapunk im Internet entstand. Es ist das Zukunftsmodell für die Entstehung von Trends (und wie man sieht auch schon das gängige Modell der Gegenwart). Das Internet ist ein gigantischer Multiplikator und Beschleuniger. Früher hat es Jahre gedauert bis ein Trend vom Underground in den Mainstream gelangte. Die Eintrittsbarrieren um Teil einer Bewegung zu sein, waren deutlich höher:

Man lehnte sich gegen die Eltern auf (Hippie). Man hing schwarz-geschminkt mit gruseligen Gestalten auf Friedhöfen rum (Gothic). Oder trank den ganzen Tag, pöbelte, grölte und durchlöcherte einen Großteil seines Körpers mit Piercings (Punk).

Heute sitzt man zu Hause vor dem Laptop, lädt Bilder hoch, kommentiert, liked und shared (Health Goth). Nie war es leichter Teil einer Bewegung zu sein, daher ist es kein Wunder, dass eine Bewegung schneller im Mainstream landet als ein Karnickel ficken kann.

Eine Konsequenz unser Zeit. Nicht das Aufgreifen des Trends vom Mainstream ist verwerflich, sondern das gespielte Entsetzen vom virtuellen Underground, welcher sich verraten fühlt.

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