New Balance hat mal wieder ein Problem

Zwei Jahrzehnte, nachdem New Balance-Sneaker zu einem Erkennungsmerkmal unter Rechten und damit zum Tabu-Produkt für den Mainstream wurden, hat die Marke aus Boston mal wieder ein Imageproblem. Zugegeben, es ist nicht ganz so groß und einschneidend wie damals in den Neunzigern. Erwähnenswert ist es aber trotzdem.

Alles begann damit, dass ein Sprecher des Unternehmens nach der US-amerikanischen Präsidentschaftswahl vergangene Woche verkündete, dass man bei New Balance über den kommenden Präsidenten gar nicht so unglücklich sei: “Die Obama-Regierung hat uns nur ein taubes Ohr geschenkt und ehrlich gesagt glauben wir, dass die Dinge mit dem designierten US-Präsidenten Donald Trump in die richtige Richtung gehen.”

Konkret ging es ihm um das Freihandelsabkommen TTIP, das Trump ablehnt und das, sollte es denn jemals in Kraft treten, laut New Balance die Produktionsstandorte in den Vereinigten Staaten gefährdenden könnte. Die Marke ist die einzige, die Sportschuhe und Sneaker weiterhin in den USA produzieren lässt und ihre Produktion nicht nach Asien oder in eine andere, kostengünstigere Region verlagert hat.

All das Hintergrundwissen war dann aber ziemlich egal. Kunden warfen ihre New Balance-Sneaker in den Müll oder zündeten sie einfach gleich an. Und als wären diese starken Bilder nicht schon schlimm genug, schrieb ein Neo-Nazi auf seinem Blog nun, dass New Balance die “Marke der Weißen” wäre, die es nun zu unterstützen gilt. Da half dann auch kein relativierendes Statement mehr:

Bei New Balance scheint man nicht wirklich aus der Vergangenheit gelernt zu haben. Nachdem sich die Rechte die Marke gemeinsam mit Lonsdale, Fred Perry und Alpha Industries zu Eigen gemacht und damit das Image auf Jahre geschädigt hat, ist man nicht gerade vorsichtiger geworden im Umgang mit der politischen Flanke rechts der Mitte.

Category: News

Von: David Jenal

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