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TRENDS

 

Einfacher Algorithmus: modische Revivals!

Wenn wir für uns für jedes 1990er Revival, über das wir hier berichtet haben, ein Schamhaar ausgerissen hätten, würden wir heute um die Eier wie Gregor Gysi um den Kopf aussehen.

Warum es gerade die Nineties sind, die die Mode in den letzten Jahren so beschäftigten, haben wir uns kurioserweise nie gefragt. Wir nahmen es hin, berichteten brav.

Dass ein Nineties Trend auf den Nächsten folgt, lässt sich mathematisch erklären, so die britische Modejournalistin Sarah Mower in einem Artikel, den sie kürzlich für die VOGUE verfasst hat:

“Nimm das heutige Datum, 2015 und zieh 25 (das Durchschnittsalter von den heutigen, jungen, aufstrebenden Designern) ab, dass Resultat: 1990, natürlich. Heranwachsende, aller Generationen, erreichen ein Alter, in dem sie sich an ihre Kindheit und die vorherrschende Mode versuchen zu erinnern”.

Christian Dior, 1905 geboren, romantisierte in seinen Entwürfen den Edwardian-Style seiner Mutter. Yves Saint Laurent, der 1936 das Licht der Welt erblickte, ließ sich von den 40er Jahren inspirieren. Tom Ford, 1961 geboren, ist stark beeinflusst von den 60er und 70er Jahren.

Designer wie Raf Simons, Riccardo Tisci, Nicolas Ghesquière, Raf Simons, Stella McCartney oder Gucci’s neuer Creative-Director Alessandro Michele (allesamt Mittvierziger) haben die 1990er Jahre bewusst erlebt. Simons, zum Beispiel, ging auf Raves, die ihn bis heute seine Arbeit prägen.

Die Generation der zuletzt genannten Designer ist auf ihrem Karriere Höhepunkt angelangt. Ihr Einfluss war nie größer. Sie prägen unser Verständnis für Mode. Es erscheint logisch, dass sie immer wieder die Moden ihrer Jugend, dem Alter, in dem sie sich erstmalig bewusst mit Mode auseinandergesetzt haben, in ihren Kollektionen zitieren.

Wenn die Theorie von Modekritikerin stimmt, und davon gehen wir aus, denn ihre Ausführungen erscheinen schlüssig, dann wird immer wahrscheinlicher, was wir kürzlich hier vermutet haben: die (Anfang) 2000er Jahre lösen die 90er Jahre modisch ab. Die 2000er Jahre sind das neue, alte Ding!

Zum lesenswerten, aufschlussreichen Text von Sarah Mower bitte hier entlang.

LOOKBOOKS

NEWS

 

Keine Modemesse, wenn Flüchtlinge nebenan wohnen: ZALANDO sagt erste BREAD & BUTTER in 2016 ab

Das Mode-Versandhaus ZALANDO hat die Modemesse BREAD & BUTTER für Januar 2016 abgesagt – und das, obwohl das ZALANDOs erste B&B gewesen wäre, nachdem Messegründer Karl Heinz-Müller sie aus (un)wirtschaftlichen Gründen verkaufen musste.

Der Messestandort am Tempelhofer Flughafen soll stattdessen, so diskutiert es momentan die Berliner Politik, als Registrierungsstelle oder für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden.

Bei ZALANDO fand man das erst ziemlich blöd und drohte öffentlich mit einer Absage der BREAD & BUTTER: die Modemesse werde nicht stattfinden, wenn Asylsuchende im Flughafen untergebracht würden:

„Zalando und andere Stakeholder in Tempelhof sind vergangene Woche gefragt worden, was es bedeuten würde, wenn die große Halle im Flughafen Tempelhof zur zentralen Anlaufstelle für Flüchtlinge gemacht würde. Und wenn eine oder zwei Hallen als Flüchtlingsunterkünfte genutzt würden. Wir haben geantwortet, dass die Bread & Butter dann nicht stattfinden kann.“

Mittlerweile ist man etwas zurückgerudert:

„Angesichts der Herausforderungen soll die nächste Bread & Butter im Zeichen der Flüchtlingshilfe stehen.“

Die BREAD & BUTTER wurde nun jedoch erst einmal abgesagt. Zu der aktuellen Situation “passt keine Fashion-Party”, sagte Zalando-Sprecher Boris Radke dem Branchenblatt Textil Wirtschaft.

Außerdem plane ZALANDO nun ein Wohltätigkeitsfestival für Flüchtlinge, voraussichtlich soll das im ersten Quartal 2016 stattfinden. Dass zur Schau gestellte Wohltätigkeit weniger bringt, als eine handfeste Integration Asylsuchender, wie zum Beispiel durch Praktika auf einer Modemesse, möchten wir an dieser Stelle als gutmenschelnden Ratschlag nicht unerwähnt lassen (Grüße an unsere Freunde bei Zalando!).

Im Sommer 2016 soll dann wie geplant eine BREAD & BUTTER am Tempelhofer Flughafen stattfinden. Ob bis dahin der Flüchtlingsstrom allerdings abreisst, darf stark angezweifelt werden.

Mode-Events aus humanitären Gründen abzusagen, steht in Deutschland seit Michael Michalskys Showabsage während der Ebola-Krise in einem zumindest zweifelhaften Ruf. Ob Michi seine Couture-Modenschau im Januar stattfinden lässt, bleibt abzuwarten.

Von: Jakob

SPECIAL

FASHION SHOWS

 

Mission to Mars: Björn Borg

Das Projekt MARS ONE hat in den letzten Monaten für viel Wirbel in den Medien gesorgt.

Der niederländische Unternehmer Bas Landsorp will bis zum Jahr 2027 Menschen auf dem Mars landen lassen, um dort eine menschliche Siedlung aufzubauen.

Die “Astronauten” des Projekts werden, so der Plan, nicht wieder zur Erde zurückkehren. Ein One-Way-Ticket. BJÖRN BORG Designer James Lee ließ sich für seine aktuelle Kollektion von der Mars Mission inspirieren.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein Modemacher von den visionären Missionsplänen der Menschheit inspirieren lässt, bereits in den  1960er Jahren beeinflussten erste Weltraumfahrten und die Mondlandung (1969) die Mode:

Pierre Cardin, Paco Rabanne und André Courrèges entwarfen Space-Mode. Cat-Suits mit oberschenkelhohen, futuristischen Boots, helmähnlichen Hüte und Halsketten aus Schwermetallen.

BJÖRN BORGs “Training for Mars” Kollektion, welche wir am ersten Tag der Stockholm Fashion Week zu sehen bekamen, hatte etwas retro-futuristisches.  Man musste unweigerlich an Wes Anderson denken, als die Models in ihren Looks über den kreisrunden, mit rotem Sand und Steinen bedeckten Catwalk schritten.

Zu Ehren von James Lee und seinem Team kamen auch MARS ONE “Mastermind” Bas Landsorp sowie 4 potenzielle Mars Astronauten, die nach dem Defilee von neugierigen Erdbewohnern umringt wurden, die sie um Interviews und Selfies baten, zur Björn Borg Show.

Mehr Infos zum Björn Borg gibt es im James Lee Interview, welches wir letzte Saison im schönen Stockholm geführt haben. Zum Interview bitte hier entlang.

 

LOOKS

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