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NEWS

 

Must-Have des Sommers: Badehose von Orlebar Brown

 

Um mich mental wie körperlich auf die anstehende Berliner Fashion Week und da vor allem auf unsere abgespacte Zirkusparty vorzubereiten, bin ich gestern nach Portugal – genauer: nach Praia da Luz – geflogen. Hier sitze ich nun in einer ockerfarbenen Hütte mit rotem Dach und rostigem Balkon, und schaue auf das Meer. Schön ist das.

Leider habe ich meine Badehose zu Hause vergessen (bzw. sie beim hektischen Packen wenige Stunden vor Abflug nicht gefunden), daher muss ich a) immer nackt in den Pool springen und b) mir bald mal eine neue kaufen. Es sieht nämlich so aus, als wäre in das Nachbarhäuschen eine Familie mit Kindern eingezogen. Und die will ich schließlich nicht mit “Lil’ Jaki” konfrontieren.

Nach einiger Recherche steht die Wahl meiner neuen Badehose jetzt auch endlich fest: die photorealistische Hose von Orlebar Brown wird künftig meinen Schwanz vor den gierigen Blicken der jungen Familie schützen. Pfui, ihr Schweine! Hab’ genau gesehen, wie ihr rübergelinst habt!

EDIT (30. Mai 2012): Auf Wunsch der deutschen PR-Agentur musste ich das Bild der Badehose entfernen. Es gilt eine Sperrfrist bis zum 23. Juli 2012. Wer sich das Höschen dennoch anschauen will, kann gerne auf der offiziellen Seite von Orlebar Brown schauen oder bei den Kollegen von Hypebeast.

EDIT II (4. Juni 2012): Die PR-Agentur hat sich’s jetzt doch wieder anders überlegt. Ich darf das Bild zeigen. Nun gut, nun gut.

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Das Ende von Health Goth?

Im August haben wir erstmalig über den Trend Health Goth berichtet.

Die Begriff zum Trend stammt von Mike Grabarek und Jeremy Scott – einem R’n’B Duo (Magic Fades) aus Portland, USA – sie erstellten April 2013 eine #healthgoth Facebook Fanpage.

Auf ihrer Facebook Seite posten sie alles was sie zur Health Goth Welt zählen: Schwarz-weisse PORSCHE DESIGN Performance-Sneaker, Kampagnenbild der H&M x Alexander Wang Kooperation, NORTHFACE Etip Handschuhe, bionisch-futuristische Körperteile und Kampfmonturen für den Übermensch der fernen Zukunft.

Die Health Goth Fanpage gewann schnell an Zuwachs. Die Welt der HealthGother schien in Ordnung. Doch dann kam das erste böse Mainstream-Medium – die französische Frauenzeitschrift Marie Claire – und berichtete vor fünf Tagen über den Trend: Health Goth – the Latest Trend You’ve Never Heard of

So erklärte die Marie Claire ihren Leserinnen den Trend:

…it’s a very modern mix of gothic and punk sensibilities (think dark colours, figure-hugging silhouettes and heavy statement accessories) and futuristic sport-luxe. Weird? Very. Cool? Apparently.

Die Health Goth Szene (also: alle, die ganz undergroundig auf der Health Goth Facebook Seite rumhängen, waren entsetzt. Man hatte ihre Bewegung verraten. Entzürnte Health Gother tippten wutentbrannt R.I.P. Health Goth in die Tasten ihres MACs:

Auch das australische Oyster Magazine, das im Gegensatz zur Marie Claire, zu den Guten, den Medien gehört, denen man Insiderwissen zugesteht, titelte: RIP The Trend That Never Was. Doch markiert der Marie Claire Artikel wirklich das Ende von Health Goth?

Es ist der Anfang vom Ende, nicht das Ende. Die modische Vorhut (eine Handvoll Wissender) wird schnell weiterziehen, auf zum “Next big thing”, doch die breite Masse wird erst durch Medien wie der Marie Claire auf den Trend aufmerksam gemacht. Der Trend ist also gerade erst dabei so richtig ins Rollen zu kommen (Merci, Marie!).

Health Goth ist ein Trend, der wie Seapunk im Internet entstand. Es ist das Zukunftsmodell für die Entstehung von Trends (und wie man sieht auch schon das gängige Modell der Gegenwart). Das Internet ist ein gigantischer Multiplikator und Beschleuniger. Früher hat es Jahre gedauert bis ein Trend vom Underground in den Mainstream gelangte. Die Eintrittsbarrieren um Teil einer Bewegung zu sein, waren deutlich höher:

Man lehnte sich gegen die Eltern auf (Hippie). Man hing schwarz-geschminkt mit gruseligen Gestalten auf Friedhöfen rum (Gothic). Oder trank den ganzen Tag, pöbelte, grölte und durchlöcherte einen Großteil seines Körpers mit Piercings (Punk).

Heute sitzt man zu Hause vor dem Laptop, lädt Bilder hoch, kommentiert, liked und shared (Health Goth). Nie war es leichter Teil einer Bewegung zu sein, daher ist es kein Wunder, dass eine Bewegung schneller im Mainstream landet als ein Karnickel ficken kann.

Eine Konsequenz unser Zeit. Nicht das Aufgreifen des Trends vom Mainstream ist verwerflich, sondern das gespielte Entsetzen vom virtuellen Underground, welcher sich verraten fühlt.

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