Merino-Wolle: Alexander Wang und das Schaf

Die Tatsache, dass der New Yorker Designer Alexander Wang eine Kooperation mit der WOOLMARK COMPANY eingegangen ist, um als Botschafter für Merinowolle und deren “hochwertige und natürliche Faser” zu werben, interessiert uns natürlich nicht die Bohne.

Das Motiv, das – man muss sie wohl so nennen – Starfotografin Annie Leibovitz für die Kampagne geschossen hat, finden wir allerdings umso bemerkenswerter.

Das dunkle Motiv, mit dem grimmigen, behornten Schaf und einem noch grimmigeren Alexander Wang im schwarzen Umhang, lässt uns nämlich weniger an “hochwertige und natürliche Fasern”, als vielmehr an die Ziegenschlacht-Exzesse der norwegischen Black Metal-Szene denken.

Das wiederum passt so schlecht nicht, schließlich ist auch die Zucht von Merino-Schafen eine recht blutige Sache.

“Die Merinos wurden darauf gezüchtet, faltige Haut zu bekommen, damit die Wollausbeute pro Tier noch größer ist. In den Falten sammeln sich Feuchtigkeit und Urin an. Dadurch werden Fliegen angezogen, die in den Falten ihre Eier ablegen. In dem Versuch, diesen Fliegenbefall zu verhindern, nehmen die Farmer einen grausamen Eingriff an den Tieren vor – mulesing: Ohne Schmerzmittel werden Essteller große Fleischstücke vom Bereich rund um ihren Schwanz weg geschnitten, damit sich eine glatte, vernarbte Fläche dort bildet, die keine Angriffsfläche mehr für Fliegeneier bietet.” (Quelle: Peta)

Nachdem wir den New Yorker vor einem Jahr noch als Alexander “Fair Trade” Wang betitelten, ist jetzt wohl Alexander “Animal Rights” Wang richtiger. Wir sind begeistert von dieser offensichtich zur Schau gestellten Morallosigkeit! Bravo!

 

Tags: Alexander Wang, merino, merino wolle, schafe, tiere, tierrechte, wolle

Von: Carl Jakob Haupt

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