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NEWS

 

Merci Mode!

Es soll Menschen geben, die behaupten allen Ernstes, dass Mode etwas oberflächliches, etwas triviales ist. Diese Ungläubigen werde ich heute eines Besseren belehren. Wie unglaublich wichtig Modetrends sein können, dass werde ich anhand einer Anekdote aus meiner Jugend erläutern:

Ich, damals noch blutjung, ein asymmetrisches Pony auf meinem betrunkenen Schädel, in meinem favorisierten Club, Joy, in Calden, tiefe Provinz in Nordhessen. Ein Junge kommt auf mich zu, checkte, so nannte man das zu dieser Zeit, mich. Ich schlug ihn, er schlug zurück. Ich brach zusammen, rollte mich in die embryonale Stellung. Der Junge, dessen linker Haken mich niederstreckte, ließ von seinem Opfer ab.

Foto: cdn.buzznet.com; Emomatte

Der nächste Tag, wohl bemerkt der 24.12.2002, also Weihnachten: Kopfschmerzen und, noch viel schlimmer, ein gigantisches blaues Auge von letzter Nacht. Das alljährliche Weihnachtsfest mit der Familie stand an. Und ich, der Sohnemann, ein blaues Auge. Asozial.

Ich kühlte, ich schminkte, doch nichts half. Stunde für Stunde verging, dass blaue Auge blieb. Dann kam mir die Idee, und nun kommt die Mode ins Spiel: Ich kämmte mein asymmetrisches Pony, damals verdammt cool, über mein lädiertes Auge, danach sorgte eine Dose Haarspray, welche ich auf meine modische Haarpracht sprühte, für den nötigen Halt. Das blaue Auge war nicht mehr zu sehen. Einäugig, besser als blauäugig, überstand ich das weihnachtliche Abendessen.

Die Mode, konkreter ein modischer Haarschnitt, retteten mich. Dank der Mode gelte in meiner Familie noch heute als „Musterenkel“ und „Vorzeige-Sohn“ . Oder so ähnlich.

Ach so, der junge Mann auf dem Foto, dass bin ich natürlich nicht. Das ist ein Emo, die sind oft traurig und tragen auch heutzutage noch gern asymmetrische Ponyfrisuren.

SPECIAL

LOOKBOOKS

 

Chris Brown x SNIPES – Capsule Collection

Nachdem SNIPES neulich schon mit dem Rapper Machine Gun Kelly kollaborierte, geht es nun mit Chris Brown in die nächste Runde. Passend zum Style des Sängers gibt es eine Capsule Collection mit Kapuzenpullovern in pastelblau und rosa, einem astreinen Jogginganzug, der selbst jeden Ost-Londoner Halbstarken Stolz machen würde und einem Trikot-Jersey. Alles auf den Punkt genau zeitgemäß. So macht man das heutzutage.

Der Sänger, der – glaubt man der Legende (was wir ja immer sehr gern tun) – in einer Tankstelle aufwuchs, mit 15 Jahren entdeckt wurde und dann schnell seinen ersten Nummer 1-Hit hatte, sagt zur Zusammenarbeit mit dem Streetwear-Label: „SNIPES fördert Kreativität und versteht, dass Künstler sich entwicklen. Mir als Künstler ermöglichst das mit einer Lifestyle-Brand ohne Kompromissen zu arbeiten und meine Kreativität zum Ausdruck zu bringen.“

Im zur Kollektion erscheinenden Video zeigt Brown dann auch gleich mal, wie GENAU er seine Kreativität zum Ausdruck bringt: er tanzt extrem smooth durch die Gegend, junglet durch die nächtliche Großstadt und malt ein Graffiti auf eine Leinwand.

Die Chris Brown x SNIPES-Kollektion ist ab dem 6. Juni online auf www.snipes.com und in ausgewählten SNIPES-Stores erhältlich. 

 

VIDEO

TRENDS

 

Soft Hardcore: Der Siegeszug der Metal-Hipness

Spätestens, seitdem es Kiss-Bassist Gene Simmons vor zwei Jahren verkündete, ist Rock offiziell tot. In musikalischer Hinsicht sind Hiphop, elektronische Musik und naturgemäß Pop tonangebend. Und auch auf subkultureller, modischer und gesellschaftlicher Ebene schien Rock mehr und mehr stiefmütterlich behandelt, ja, nahezu bedeutungslos. Bis jetzt.

Denn: Die Metal-Ästhetik und mit ihr die Logos und Artworks von dem Genre zugehörigen Bands sind angesagter denn je. Justin Bieber trägt regelmäßig T-Shirts mit Metallica-Prints, Supreme hat bereits mehrfach mit Black Sabbath eine Kooperation herausgebracht, deren Käufer vermutlich noch nie auch nur einen Song der Band gehört haben. Und eine mehr als offensichtliche Iron-Maiden-Referenz gab es bereits bei Balenciaga zu bestaunen.

Flammen-Motive, über deren modische Relevanz wir bereits hier berichtet haben, sind vor allem dank Vetements wieder und völlig unerwartet mehr als hip, ebenso wie Schriftzüge in Fraktur und ein religiös-mystisch anmutender Vibe. Die Fraktur hat Kanye West mit seinem Merch zu „The Life of Pablo“ kurzerhand zumindest halbwegs von ihrem in der rechten Szene verorteten Image befreit. Und Rick Owens vertritt seit Jahren hoch erfolgreich eine verrucht-rockige Stimmung, die nicht mehr nur im Berghain gut anbekommt.

Die Rückkehr einer in ihren Grundzügen maskulin-aggressiven Ästhetik hängt mit Sicherheit mit dem sich wandelnden Männerbild zusammen, über das Adriano Sack und Frederik Schwilden bereits an dieser Stelle schrieben. Während die für Männer typischen, vor Kraft strotzenden und prolligen Eigenschaften mehr und mehr verloren gehen, findet auf ästhetischer und stilistischer Ebene eine Kompensation eben dessen statt: Tattoos, Bärte, gestählte Körper und auch der Metal-Szene entlehnte Codes und Motive lassen den vermeintlich geschwächten Mann weiterhin stark erscheinen. Zumindest von außen.

Dazu kommt ein Grundproblem, mit dem sich alle Designer konfrontiert sehen: Dem Aussterben der Subkulturen. Während es in den vergangenen Jahrzehnten unter Jugendlichen zum guten Ton gehörte, sich von der Masse abzugrenzen, einer Subkultur zuzugehören und so Rebellion und das Anders-Sein zu üben, wollen Jugendliche mittlerweile – zumindest laut der letzten Sinus-Studie – Mainstream sein.

Daraus lässt sich nunmal reichlich wenig Inspiration ziehen. Und so wird auch weiterhin auf bereits vorhandene und bereits totgeglaubte Strömungen und Stile zurückgegriffen werden müssen. Das ist aber völlig in Ordnung, besonders dann, wenn es doch so gut und lässig aussieht wie die Metal-Ästhetik.

Text: David Jenal

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