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Megatrend: Sport&Funktionsbekleidung

General Idea Spring/Summer 2012

Der stetige Wandel unseres Empfindens für Ästhetik ist immer wieder faszinierend. Was wir heute als schön empfinden, werden wir morgen verabscheuen. Erstaunlich, wie wandelbar, wie zeitlich begrenzt, unser Denken über Kleidung, über Moden ist. Ein aktuelles Beispiel  für die Unberechenbarkeit der Mode ist der Sektor Sport&Funktionsbekleidung. Lange Zeit galt sportliche, funktionelle Kleidung als überaus unmodisch. Touristen, Wanderer, Angler, Jogger, Bergsteiger – allesamt Gruppierungen, welche nicht für ihren gerade für ihren guten Stil bekannt waren. Ihre Bekleidung hatte nichts, rein gar nichts, modisches. Funktionelle Kleidung war der Gegenwurf zur Mode. Doch die Mode hat uns, mal wieder, überrascht. Wir leben in einer Ära, in der der Sektor Sport&Funktionsbekleidung in Mode ist. Ein Wanderer ist natürlich noch immer keine Modeikone, weil er Wanderschuhe trägt, doch seine Schuhe, ein Part seines Outfits, sind  derzeit verdammt cool. Und die Wanderschuhe über die Jakob ja bereits geschrieben hat, sind nur ein Beispiel von vielen aktuellen Trends, deren Ursprung die Sport&Funktionsbekleidung ist. Rucksäcke, beispielsweise, auch Hightech-Sandalen, welche allzu gern von Touristen im Sommer getragen werden. Oder Visor-Caps, Turnschuhe und Fischerhüte. Und auch Jacken, in denen man problemlos den einen oder anderen eisigen Gipfel besteigen kann, sind “en vogue”, sie wurden von diversen Marken gezeigt, zu letzt gesehen in der General Idea Spring/Summer 2012 Kollektion. Man kann davon ausgehen, dass in naher Zukunft Hipster Marken wie North Face, Meindl und Fjäll Raven für sich entdecken.

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Die Weltmarke ADIDAS und das Problem “Herzogenaurach”

Obwohl ADIDAS zwar neulich in einem fantastischen Bitch-Move drei ehemalige Top-Designer vom härtesten Konkurrenten NIKE abgeworben hat, scheint es der Marke mit den drei Streifen nicht immer ganz leicht zu fallen, neue Mitarbeiter zu gewinnen – was wohl auch am brutal ländlichen Standort Herzogenaurach liegt.

Während NIKE im hippen Portland (Oregon), das immerhin 600.000 Einwohner hat, als Hipster-Heaven gilt und mit seiner Nähe zu den asiatischen Turnschuhproduktionssweatshops geografisch ganz gut gelegen ist, sitzt, gibt es für die ADIDAS-Mitarbeiter nichtmal einen Zug vom nächsten Flughafen in Nürnberg nach Herzogenaurach. Wer kein Auto hat, ist aufgeschmissen.

Gegenüber dem “Business Insider” lässt sich ein anonymer ehemaliger ADIDAS-Mitarbeiter aus Herzogenaurach folgendermaßen zitieren: “It is so odd that this company is in the middle of farmland. It doesn’t have anything to do with style.”

Wie genau man ein globales Lifestyle-Unternehmen aus der Provinz heraus führen soll, ist uns hier bei DANDY DIARY übrigens auch eher unklar. Dass auch “Global Creative Director” Dirk Schönberger lieber in Berlin-Mitte als in Herzogenaurach wohnt, verwundert daher nicht wirklich.

Um mehr potentielle Mitarbeiter nach Bayern zu locken, hat ADIDAS sogar eine eigene Micro-Page erstellt, auf der Videos zu sehen sind, von den ganzen vielen internationalen, fröhlichen Mitarbeitern, die sich total wohl im total internationalen, total fröhlichen Herzogenaurach fühlen.

Für die drei Ex-NIKE-Designer indes, die offensichtlich keinen Bock darauf haben, in der bayrischen Provinz zu leben, wird ADIDAS in 2015 eigens ein “Creative Studio” im New Yorker Stadtteil Brooklyn eröffnen. Wir gehen davon aus, dass dieses Zugeständnis ein nicht unwichtiger Teil des Deals der drei war.

Von: Jakob

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