Marc Jacobs und die Politik

Dass Marc Jacobs ein knallharter Business-Man ist, weiß jeder, der ihm einmal begegnet ist. Hinter all den witzigen Tätowierungen und den teils schrägen Outfits, steckt immer auch der Geschäftemacher Jacobs.

So ist wohl auch zu erklären, dass Jacobs sich jüngst für seine “Free Tibet”-Kollektion entschuldigte, die er einst zur Unterstützung des von China besetzten Tibets designt hatte. Die Kollektion wird nicht mehr hergestellt.

Das mag weniger mit seinen politischen Vorstellungen zu tun haben, als vielmehr damit, dass Louis Vuitton vor kurzem seinen irre teuren Retro-Zug von Paris nach Shanghai fahren ließ. Der chinesische Markt gilt als wachstumsstärkster auf der ganzen Welt. Da will man es sich schließlich nicht mit den Machthabern verderben. Jacobs ruderte also zurück.

Darin hat er übrigens Übung: vor einigen Jahren, als noch George W. Bush Präsident der USA war, schmückte Jacobs mal sein Schaufenster mit dem Slogan “Worst President Ever”. Das fand der konservative Louis Vuitton-Konzern LVMH nicht so besonders toll. Marc spurte und hing die Deko ab.

Vorerst scheint der Designer keine Lust mehr auf Politik zu haben. Er ließ ausrichten:

“I guess politics and fashion, you’ve always got to be a bit careful because somebody’s going to get offended or somebody’s going to feel it isn’t right,” he offered. “I don’t want to sound stupid or ignorant or anything, but I spend my time in the studio choosing fabric and colors and trying to figure out what we’re going to make … If you want to avoid controversy, you just don’t do [political] things like that.”

Zumindest in einer politischen Frage ließ sich Marc Jacobs allerdings bislang nicht reinreden: die Homo-Ehe befürwortet er nach wie vor. Das ist aber natürlich auch nicht im geringsten geschäftsschädigend – schließlich gehören Schwulis zu den treuesten Handtaschenkunden von Louis Vuitton.

Tags: business, geschäft, lvmh, marc jacobs, new york, politics, politik, shanghai, tibet

Von: Carl Jakob Haupt

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