Mal wieder ZARA: Unbezahlte Arbeiter beschriften Etikette

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Die sich immer wiederholenden Skandale gehören mittlerweile zum festen Repertoire der spanischen Marke. StĂ€ndig gerĂ€t der Fast-Fashion-Gigant in Verruf. Entweder kopiert die Firma die Designs junger KĂŒnstler, ohne sie dafĂŒr zu bezahlen.

Oder, wie der SPIEGEL im Juli 2017 heraus fand, beginnt die Marke an deutschen Standorten weitestgehend MĂŒtter und Mitarbeiter, die fĂŒr einen lĂ€ngeren Zeitraum krank geschrieben waren, mithilfe von „AufhebungsvertrĂ€gen“ aus ihrem Unternehmen zu drĂ€ngen.

Oder lasst uns doch an das ungewollt ironiehsche Kampagnen-Bild, das eine Zeit lang die InnenstĂ€dte pflasterte, denken: Zwei junge, dĂŒnne MĂ€dchen stehen nebeneinander. „Love your curves“ lautet die Aufschrift daneben.

Oder daran, als im Europaparlament bekannt gegeben wurde, dass ZARA mit ein paar Tricksereien versucht hat rund 585 Millionen Euro Steuer zu umgehen. Dann waren da noch – unvergessen – die „Sklaven-Sandalen“, welche plötzlich im Sortiment auftauchten, Logos der rechten Szene auf Jeans-Röcken und weißen Shirt – und so weiter.

Die Liste von Skandalen ist lĂ€nger als die Beine von Nadja Auermann, die verdammt lang sind. Dem Umsatz schaden die nicht enden wollenden Skandale offensichtlich nicht. Amancio Ortega, GrĂŒnder von INDITEX, dem Mutterkonzern von ZARA, ist laut dem Forbes Magazine in der viertreichste Mann auf der Welt und der reichste Mann Europas. Sein Vermögen wird auf rund 72,3 Milliarden Euro geschĂ€tzt.

“I made this item you are going to buy, but I didn’t get paid for it.“

Aufgrund dieser Aufschrift wurde die Ramschkette erst vor einigen Tagen Mal wieder mit unangenehmer Aufmerksamkeit beschenkt.

Gefunden wurde sie von Kunden mehrerer ZARA-Filialen in Istanbul, in den eingenÀhten Etiketten, der dort zum Verkauf angebotenen Klamotten.

Nach den ersten Social-Media-Unruhen wurde klar, dass es sich dabei um eine Kampagne tĂŒrkischer Arbeiter handelt. Sie waren bis vor kurzem noch Angestellte der Manufaktur BRAVO, bis diese ĂŒber Nacht geschlossen wurde. Den Mitarbeitern blieb die Firma einen Lohn von ĂŒber drei Monaten schuldig.

Sie hatten dort unter anderem auch die Klamotten gefertigt, welche jetzt an den Stangen in den LÀden der spanischen Kette hÀngen.

BRAVO arbeitete hauptsĂ€chlich fĂŒr den INDITEX-Konzern, zu dem neben ZARA auch die Ketten BERSHKA, MASSIMO DUTTI und PULL&BEAR gehören. An der Börse hat das Unternehmen einen Wert von 97 Milliarden.

Bekannt und vor allem erfolgreich ist der Konzern dadurch geworden, dass er besonders schnell und dabei kostengĂŒnstig produzieren und beliefern kann. Eine Strategie  die – wie es in der Mode eben so ĂŒblich ist – ganz unten in der Produktionskette einspart. Bis jetzt hat ZARA noch nicht auf die VorwĂŒrfe reagiert.

Mittlerweile lĂ€uft eine Petition auf change.org fĂŒr die betroffenen Arbeiter. Doch wirklich was bewegen wird – wie wir bisher lernen durften – wohl auch dieser kurze Aufschrei nichts.

Category: News

Tags: Istanbul, Skandale, unbezahlte Arbeiter, Zara

Von: Angelika Watta

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