Make Love Not Walls: DIESEL-Kampagne reiht sich ein in den Anti-Trump-Protest der Modewelt

Pünktlich zum Valentinstag startet das italienische Modehaus DIESEL eine Kampagne unter dem Namen „Make Love Not Walls“. In Anspielung auf die Pläne Donald Trumps, eine Mauer zwischen Mexiko und den USA zu bauen, lädt DIESEL alle und jeden dazu ein „im Namen der Liebe und Solidarität zusammenzukommen“ – und das natürlich am liebsten über den DIESEL-eigenen Hashtag #makelovenotwalls

Die Kampagne, die DIESEL-Art Director Nicola Formichetti gemeinsam mit Fotograf David LaChapelle erdacht hat, erinnert an den Kitsch der Graffitis von der Berliner Mauer: regenbogenfarbene, aufblasbare Panzer, farbenfrohe Wände mit Herzsymbolen und das Spielen mit der Ästhetik von Blumen. Einfach Botschaften also.

„Wir bei Diesel wenden uns mit Entschiedenheit gegen das Säen von Hass und wollen das die Welt mehr denn je wissen lassen“, so Formichetti, „Liebe und Zusammenhalt sind für eine lebenswerte Gesellschaft und eine Zukunft, wie wir sie uns alle wünschen, essentiell.“

Die neue DIESEL-Kampagne reiht sich somit in den politischen Aktivismus ein, der zuletzt von verschiedenen Modehäusern aufgegriffen wurde. Mobilisiert von Trump, dem Muslim-Ban und der angekündigten Mauer zu Mexiko, will man für Solidarität einstehen, Zeichen setzen – und sich natürlich auch bei der liberalen, großstädtischen und einkommensstarken Zielgruppe als besonders weltoffen präsentieren.

So ließ Raf Simons seine Models auf der CALVIN KLEIN Show zu „This is not America“ von David Bowie laufen, Willy Chavarria stickt kleine Botschaften, wie „Fuck Hate“ und „Respect Others“ auf die Mützen seiner neuen Kollektion und  auch der aus Mexiko stammende Designer Raul Solid zeigte weiße Unterwäsche mit der Aufschrift „Fuck Your Wall“ und „No Ban, No Wall“ auf der New Yorker Modewoche.

Obwohl man Trump vieles vorwerfen kann, scheint er es geschafft zu haben, die sonst so oberflächlich arrogant wirkende Modebranche zum Einstehen für Werte wie Zusammenhalt und gegenseitigem Support, zu mobilisieren. Alten Recken wie Vivienne Westwood dürfte das gefallen.

Text: Angelika Watta

Category: News

Von: Carl Jakob Haupt

Instagram