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LOOKS

 

Look du Jour – 94

Neulich schlenderte ich mäßig verkatert durch die Straßen von London-Dalston, dem aktuell wohl angesagtesten Bezirk dieser brutal schnellen Stadt. Dabei fiel mir nichts besseres ein, als mir ein Nasenpiercing einzusetzen und möglichst dämlich zu grinsen.

Um nicht weiter aufzufallen, zog ich mir eine RAY BAN “Wayfarer” Sonnenbrille vor meine hellwachen Augen, mit denen ich versuchte, die neuesten Trends der Stadt aufzuspüren (EFES Bier, höllisch scharfe Pizza-Slices, Hooligan-Frisuren). Meine Hose steckte ich in die Socken, um es den örtlichen Jugendlichen gleich zu tun, die diesen Trend aus den asozialen Vorstädten ihrer Stadt mitgebracht und ins koole Ost-London transferiert haben.

Neben den für diesen Look obligatorischen weißen Socken trug ich Sportschuhe von REEBOK, meine derzeitige Lieblingshose von G-STAR, ein weißes T-Shirt von TOPMAN, eine Weste von THE SHIT, eine Cap von KENZO, ein wenig Gold-Bling-Bling – und einen mittelstarken Cockney-Akzent.

Ich fühlte mich sehr zugehörig, zu den perspektivlosen Jugendlichen dieser Stadt.

Am Flughafen London Heathrow, kurz vor meinem Rückflug, musste ich die Hose dann aber wieder aus den Socken ziehen. Man hielt mich für einen kleinganovigen Drogenkurier.

Klare Sache: der Look war brutalst authentisch.

 

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Lumbersexulität – einfach nur fette, alte Hipster!

Kommt nach Metrosexualität und Spornosexualität nun Lumbersexualität?

Medien wie The Guardian, The Daily Beast und Buzzfeed stellen “Lumbersexual” als das “Next big thing” vor. Männer mit gewaltigen Bärten und Bäuchen in Holzfällerhemden, in Workboots, mit Wollmütze auf dem Kopf und einem frisch gezapften Bier in der Hand.

Doch ist das wirklich ein neuer Trend? Männer, die Karomuster zu Karomuster kombinieren, so aussehen als hätten sie gerade im Wald ein paar Bäume gefällt. Nein, nicht wirklich. Der Look existiert seit Jahren in der Schwulenszene (Bears” oder “Cubs”).

Außerdem kennen wir die Kernelemente des Looks (Vollbart, Holfällerhemd) bereits aus der Hipsterszene. Das Bild (siehe Foto), das verwendet wurde, um die Lumbersexualität zu bebildern ist ein Foto, welches auch immer wieder zum Einsatz kam, um den Leser ein Paradebeispiel des Hipsters zu präsentieren.

Der Hipster war schon eine Gegenbewegung zum Metro. Der Mann wurde wieder zum Mann. Solarium, gezupfte Augenbrauen oder glattrasierte Brust – allesamt ein No-Go für den Hipster. “Lumbersexualität” ist somit keine neue Gegenbewegung zur Metrosexualität, wie sie in den Medien gefeiert wird, sondern schlussendlich nur eine Fortführung des Hipstertums.

Ein alt gewordener, fetter Hipster also, der den ganzen Tag Bier säuft und der nur noch für Kenner von “schwulen Bären”, unterscheiden lässt. Also: kein “Next big thing”!

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Angel amp Devil! pic by @olewestermann!

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