Look du Jour – 116

Für “Look du Jour – 116” haben wir tief in die Trickkiste avantgardistischer Männermode gegriffen: wir haben uns bei den Damen bedient und ein bißchen gender-bending gespielt.

Bei unseren Freunden von ASOS haben wir uns als Grundlage zwei neoprenartige hellblaue Hosen geschnappt, die wir dann auf denkbar unterschiedlichste Weise getragen haben: David hochgezogen bis der Damm fast brach und ich kaum tiefer als es ohne Anzeige wegen Belästigung möglich war.

David trug dazu ein cremefarbenes Mesh-Stoff-Oberteil (ASOS), das entfernt an ein sehr schwules Basketball-Trikot erinnerte, eine Rauleder-Glattleder-Kombi-Jacke (ASOS), ein Umhängeportemonnaie von EASTPACK und Schuhe von NIKE. Ich trug ein auch irgendwie neopreniges und vor allem bauchfreies Damenoberteil von ASOS, eine Uhr von FILA, eine Sonnenbrille von KERBHOLZ und Wildleder-Runners von CLARKS

Wie glücklich die Wahl der Running-Schuhe für uns war, merkten wir erst später am Nachmittag, nachdem wir obiges Foto am Kanal schon längst geschossen hatten: auf offener Straße, in Kreuzberg, wurden wir von zwei jungen Familienvätern (es müssen wohl Werber gewesen sein), angesprochen. Sie boten uns erst Geld für die Liebe und wollten uns dann, nachdem wir das Angebot kichernd abgelehnt hatten, töten. Dann rannten wir um unser Leben. Bis nach Schöneberg. Da waren wir sicher, vorerst.

Was wir daraus gelernt haben (1): Neben all den Air Max hat der Running-Schuh-Trend auch seine guten Seiten.

Was wir daraus gelernt haben (2): Gender-Bending sieht zwar lässig aus, kann aber Ärger bereiten.

Was wir daraus gelernt haben (3): Werber sind kacke. Schon immer gewesen.

Foto: Nils Krüger für thinkOOTB

Von: Carl Jakob Haupt

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