Lil Peep – der Nu-Emo-Star aus LA

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Photo by Kristyna Archer for "Pitchfork"

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Photo: G L Askew II for "The Fader"

Photo by Kristyna Archer for "Pitchfork"

Erinnert ihr noch an die emotionalste Subkultur aller Zeiten?

EMO – die letzte große Jugendbewegung, die noch Wert auf Distinktion und Öffentlichkeit gelegt hat. “Emo” kam ursprünglich aus der Musik: Ende der 80er-Jahre wollten Bands der Hardcore-Punk-Szene melodiöser werden und ihren Texten auch ihre Ängste und Gefühlte ausdrücken.

Irgendjemand kam dann auf den Begriff “EMO” für die neue Musikrichtung, um 2000 wurde der Begriff immer öfter auch für eine grundsätzlichen Lifestyle (Musik, Mode etc.) verwendet: der “Emo” war geboren.

Emo’s waren androgyne Wesen,  hörten “My Chemical Romance” oder “Funeral for a Friend”, stets traurig, trugen die sogenannte Emo-Matte (asymmetrisches Pony, welches mindestens ein Auge verdeckt) und schwarze Röhrejeans, Piercings in Lippe und Augenbraue und ritzten sich, um ihrem Weltschmerz Ausdruck zu verleihen, gern mal in den Unterarm.

Heute, rund 12 Jahre nachdem Höhepunkt des “Emo”, kehrt – zu mindestens – die musikalische Grundhaltung der Subkultur zurück. Es wird wieder traurig. Und Dazed Digital fragt “Tracing Emo Culture’s Fiery Resurgence in 2017?

Nachdem wir ein 1990er Jahre Revival nach dem anderen im letzten Jahrzehnt gefeiert haben, widmen wir uns aktuell verstärkt den 2000er Jahren zu (“Early 2000er Trends”).

Nicht nur modisch, sondern allem Anschein nach auch musikalisch. Der Held der “Nu-Emo” Szene ist LIL PEEP aus Los Angeles. Er sieht ein bisschen aus wie eine abgefuckte Version von Justin Bieber: mit Face-Tattoo (“Get Cake Young Die”), gefärbten Haaren (platin blond > pink) und Nasenpiercing.

Gustav Åhr, so sein richtiger Name, rappt / singt zu Trap-Drums und über Suizid, seine Ex-Freundin und Kokain. Musikalisch beeinflusst von “Panic! At the Disco” und Gucci Mane.

Ausschnitt der Lyrics zu “OMFG”:

“I used to wanna kill myself, Came up, still wanna kill myself, My life is going nowhere, I want everyone to know that I don’t care, I used to wanna kill myself
Came up, still wanna kill myself, My life is going nowhere, I want everyone to know that I don’t care”

All seine Songs hat LIL PEEP bislang selbst zu Hause mit GarageBand aufgenommen: Homemade Style. All seine Songs auf Soundcloud, die Plattform, die ihn groß machte, sind mit #alternativerock tagged (durchaus bemerkenswert für jemand, der rappt).

LIL PEEP’s modischer Style ist – wie auch seine Musik – eine Fusion von zwei Einflüssen: Emo-Hardcore + Hip Hop. Er trägt bevorzugt rot und pink, nicht schwarz, Piercings und ist quasi am ganzen Körper tätowiert (“Cry Baby” auf der Stirn und “LOVE” mit “O” als Sad Face auf dem Bauch”.

Wir sind gespannt, ob auf das musikalische Revival (bzw. Neu-Interpretation) eine gefühlige Modewelle folgt. Hier geht es zu LIL PEEP’s Instagram und Soundcloud Account. Enjoy the SADNESS!

Category: Music

Tags: Emo, Lil Peep, los angeles, Trap

Von: David Kurt Karl Roth

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