Lesetipp: Retro-Mode – Ich shoppe mir ein Ich zusammen

Auf Spiegel Online hat sich Katrin Kruse mit dem Thema Retro-Mode auseinandergesetzt und kommt zu dem Schluss:

“Das Authentische ist großflächig von der Authentizitätsdarstellung verstellt. Die Idee des Selbstausdrucks, die als Stil ja nie in Mode sein wollte, weil hier jeder einzelne nur sich selbst verpflichtet war – genau sie ist aus der Mode gekommen. It is so over, sagt der Jargon.”

Bevor sie jedoch dieses augenzwinkernde Resümee aufschreibt, erzählt sie uns noch etwas von der Geschichte der Ladenkette Urban Outfitters, Hipstertum, Authentizität und allem was sonst noch so dazu gehört:

“Second Hand fing in dem Moment an, Vintage zu heißen, als die Mode ein neues Leitmotiv entdeckte: Authentizität. Es war Anfang, Mitte der Neunziger, als plötzlich Überzeugungen aufkamen wie diese: Mode habe nichts mehr mit Stildiktat zu tun, sondern mit dem Ausdruck von Persönlichkeit. Individualität war das neue Versprechen der Mode. Nicht mehr Modernität, nicht mehr Teilhabe am Zeitgeist, nicht mehr Verweigerung oder das Ausdehnen der Grenzen dessen, was in der Öffentlichkeit optisch möglich ist. Nein, einfach: So einer bin ICH. Vintage wurde interessant, weil die Referenzen an verschiedene Epochen eine flirrende Komplexität erzeugten, die der eigenen Persönlichkeit angemessen erschien. Und schlicht deshalb, weil es hier Einzelstücke gab, die genau so niemand anderes besaß. Gut so, man selbst war schließlich auch nur einmal auf der Welt.”

Den gesamten Artikel gibt es online hier zu lesen.

Bild: spiegel.de

Category: Lesetipp

Tags: authentizität, katrin kruse, spiegel, urban outfitters

Von: Carl Jakob Haupt

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