Lesetipp: Modedesigner – Mehr Schein als Sein

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat auf ihrer Homepage einen interessanten Artikel zur Prekarität von deutschen Modedesignern veröffentlicht. In dem Artikel geht es darum, dass die Designer zwar hochwertige – und meist auch teure – Luxusprodukte herstellen und verkaufen, selbst aber meist ein Einkommen von wenigen hundert Euro haben.

Besonders häufig kommt der Berliner Designer Michael Sontag zu Wort, der im Monat von 1.500,- Euro lebt – und davon auch noch seine Ateliermiete zahlen muss.

Im Artikel heißt es:

„Mit seinen fast 32 Jahren hat der Designer im Monat so viel Geld zu Verfügung wie mancher Student – oder wie der Wintermantel aus Baumwoll-Seiden-Mix aus seiner aktuellen Kollektion kostet: etwa 1500 Euro.“

– und weiter:

„Nicole Roscher, die unter ihrem Label „Von Bardonitz“ T-Shirts für 50 Euro und Mäntel für 800 Euro entwirft, sieht eine gewisse Ironie darin, dass sie sich manche ihrer Stücke nicht leisten könnte. Von ihrer Mode, die sie vor allem nach Asien verkauft, könne sie mal besser, mal schlechter leben, sagt Roscher. Manchmal hat sie bloß 500 Euro im Monat zur Verfügung.“

„Das Problem bei der Mode ist, dass sie aufwendiger ist als andere Sparten der Kreativwirtschaft. Designer müssen enorme Vorleistungen erbringen, was für Berufseinsteiger freilich schwierig ist. Sontag schätzt die Produktionskosten für eine Kollektion auf 10.000 Euro; der größte Posten fließe in Stoffe und den Lohn für die Schneiderinnen.“

Alles sehr schlimm, finden wir. Bedauerlich gar.

Am am allerschrecklichsten ist wohl der letzte Absatz des Artikels:

„Lieber redet Michael Sontag von seiner Frühjahrskollektion, die im Zimmer nebenan darauf wartet, fertiggenäht zu werden. Feste Dreieckselemente werden diesmal seine üblichen Drapierungen ergänzen, erzählt Sontag. Es sollen sich überraschende Freiräume ergeben.“

Wuah! Wir kriegen das Kotzen! Dreieckselemente? Können wir nicht mehr sehen! Weg mit dem Schrott!

Den Zusammenhang von solch inflationär benutzten, mittlerweile völlig abgegriffenen Kacksymbolen und dem geringen finanziellen Erfolg von Michael Sontag möchten wir an dieser Stelle besser nicht thematisieren. Das könnte unschön werden.

Von: Carl Jakob Haupt

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