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Lesetipp: Der Herr der Fliegen – Jan-Henrik Scheper-Stuke

Der aktuelle Kultur Spiegel hat Jan-Henrik Scheper-Stuke, Geschäftsführer der Krawattenfirma Edsor Kronen, einen Tag lang in Berlin begleitet. Herausgekommen ist ein schön zu lesendes Porträt über einen rastlosen jungen Mann.

In dem Artikel erfahren wir, dass Scheper-Stuke den Vornamen Bernd aus seinem Leben strich und auf einem Bauernhof groß wurde. Ist ja alles nicht schlimm, darf man machen. Beim Kultur Spiegel finden die sowas aber natürlich immer mindestens verdächtig.

Wie dem auch sei, jedenfalls hastet Scheper-Stuke gemeinsam mit dem Reporter durch sein persönliches Berlin, kreuzt auf einer Vernissage auf, isst im Restaurant Borchardt ein Schnitzel, versucht vergeblich einen Black Velvet in der Bar des Soho Hauses zu trinken und sitzt am Ende in seinem Wohnzimmer.

Klingt alles total unspektakulär – und ist es interessanterweise eben auch. Denn das eigentlich Geheimnis des Jan-Henrik Scheper-Stuke liegt doch darin, dass er sein eigenes Leben zu 100 Prozent mit dem seiner Marke zu verknüpfen scheint. Diesem Wahnsinn kommt der Artikel dann jedoch leider nur in Nuancen nahe.

Schön zu lesen ist das Porträt aber allemal – auch, weil der Proll-Designer Michael Michalsky und die Schauspielerin Jenny Elvers Elbertzhagen in einer Bildunterschrift nicht namentlich genannt, sondern lediglich als “Fans” bezeichnet werden. Richtig frech, dieser Kultur Spiegel.

Hier findet sich der Artikel online.

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Die Weltmarke ADIDAS und das Problem “Herzogenaurach”

Obwohl ADIDAS zwar neulich in einem fantastischen Bitch-Move drei ehemalige Top-Designer vom härtesten Konkurrenten NIKE abgeworben hat, scheint es der Marke mit den drei Streifen nicht immer ganz leicht zu fallen, neue Mitarbeiter zu gewinnen – was wohl auch am brutal ländlichen Standort Herzogenaurach liegt.

Während NIKE im hippen Portland (Oregon), das immerhin 600.000 Einwohner hat, als Hipster-Heaven gilt und mit seiner Nähe zu den asiatischen Turnschuhproduktionssweatshops geografisch ganz gut gelegen ist, sitzt, gibt es für die ADIDAS-Mitarbeiter nichtmal einen Zug vom nächsten Flughafen in Nürnberg nach Herzogenaurach. Wer kein Auto hat, ist aufgeschmissen.

Gegenüber dem “Business Insider” lässt sich ein anonymer ehemaliger ADIDAS-Mitarbeiter aus Herzogenaurach folgendermaßen zitieren: “It is so odd that this company is in the middle of farmland. It doesn’t have anything to do with style.”

Wie genau man ein globales Lifestyle-Unternehmen aus der Provinz heraus führen soll, ist uns hier bei DANDY DIARY übrigens auch eher unklar. Dass auch “Global Creative Director” Dirk Schönberger lieber in Berlin-Mitte als in Herzogenaurach wohnt, verwundert daher nicht wirklich.

Um mehr potentielle Mitarbeiter nach Bayern zu locken, hat ADIDAS sogar eine eigene Micro-Page erstellt, auf der Videos zu sehen sind, von den ganzen vielen internationalen, fröhlichen Mitarbeitern, die sich total wohl im total internationalen, total fröhlichen Herzogenaurach fühlen.

Für die drei Ex-NIKE-Designer indes, die offensichtlich keinen Bock darauf haben, in der bayrischen Provinz zu leben, wird ADIDAS in 2015 eigens ein “Creative Studio” im New Yorker Stadtteil Brooklyn eröffnen. Wir gehen davon aus, dass dieses Zugeständnis ein nicht unwichtiger Teil des Deals der drei war.

Von: Jakob

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