arrow-left-black arrow-right-black arrow-white-down arrow-white-up dd-logo-header-large-white dd-logo-header de en fi-x matrix-arrow-left matrix-arrow-right matrix-icon search-icon share-facebook share-google_plusone_share share-pinterest_share share-twitter social-icon-facebook social-icon-instagram social-icon-twitter
 

Lektion III: Der Moderedakteur

Rein oder nicht rein – das ist diese Woche in Berlin die Frage, an der vielerlei Lebensglück zu hängen scheint. Wer sich unsere Tipps zu Herzen nimmt, die Lektionen tüchtig einstudiert und die Anleitungen verinnerlicht, für den wird die Antwort eine erfreuliche sein: Rein!
Um als Model durch die Hintertür hereingelassen zu werden, das hat Jakob letztens völlig richtig bemerkt, erfordert es eine gewisse Physiognomie, die die Meisten von uns bis morgen einfach nicht mehr erreichen können. Da hilft auch exzessives Kotzen nicht mehr, damit hätte man schon viel früher beginnen müssen. (Die Frühphasen der Pubertät sind unserer Meinung nach der ideale Zeitpunkt, sich eine leichte Bulimie anzutrainieren. Man behält sich so bis ins hohe Alter hinein ein lolitahaftes Äußeres, auch ohne viel Geld für plastische Chirurgen ausgeben zu müssen.)

Davids Namedropping ist für fashionable Hochstapler sicherlich der leichtere Weg an der Tür vorbei ins Modeparadies hinein. Das Googeln von prominenten Namen erfordert keine allzu hohe Intelligenz und man kommt eventuell auch als Fetti durch. Es hat nur einen Nachteil: während der Fashion Week sind in Berlin so viele Namedropper unterwegs wie Eitergeschwüre auf der Eichel eines bulgarischen Ladyboys. Wenn enttarnt, geht man mit den Schwarzfahrern übrigens auch ähnlich angewidert um – sie werden schnell und stillschweigend beseitigt.
Wer also den Body Mass Index einer ausgewachsenen Kuh hat und sich gleichzeitig nicht traut vor den Augen der deutschen Modeprominenz, als niederträchtiger Namedropper enttarnt zu werden, der gibt einfach vor ein ausländischer Moderedakteur zu sein. Das, meine Lieben, funktioniert immer. Vorausgesetzt, man beherrscht eine Fremdsprache (wobei Englisch, Italienisch und Französisch im Modebusiness nicht als Fremdsprachen durchgehen.), oder verfügt zumindest über das Talent Fremdsprachen zu imitieren.
Diese Begabung sollte spätestens dann zum Einsatz kommen, wenn einem die nette Dame an der Tür schon zum fünften Mal versichert, dass man tatsächlich NICHT! auf der Liste steht. Dann ist der  Griff zum iPhone unausweichlich. Man sollte bereit sein so zu tun, als würde man die Redaktion in Bukarest, Kiew und Co. anrufen, um bei den Kollegen nachzuhaken, was denn während der Akkreditierung eigentlich schiefgelaufen ist. Dabei sollte man sich möglichst souverän geben. Man kommt ja gerade aus Mailand angereist, wo auch alles supi geklappt hat.
Beim Umgang mit dem Personal am Eingang empfiehlt es sich so unfreundlich zu sein wie ein französischer Kellner und so wichtig zu tun wie ein texanischer Tycoon, wobei man wissen sollte, dass das Wort Tycoon aus dem Japanischen kommt und so viel, wie Großer Gebieter heißt. Frei nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ schüchtert man potentielle Gegner so von vornherein ein.
P.S.: Alle drei Methoden wurden von uns in den letzten Jahren im In- und Ausland getestet und funktionieren. Dennoch übernimmt Dandy Diary keine Haftung für mögliche Schäden an Seele und Gesicht.

LOOKS

NEWS

 

David Murray: Horror Anti-Helden in Highfashion

Die 57 Dandy Diary Leser aus Amerika (wir kennen sie alle persönlich) werden wahrscheinlich schon Kürbisfratzen schnitzend in der Küche sitzen, denn heute ist Halloween.

Und zum Kinder-Gruselfest passen wunderbar die Mode-Illustrationen von DAVID MURRAY.

Die britische Künstler hat sich für eine aktuelle Arbeit gefragt, welche Highfashion-Designs der Fall / Winter 2014 Kollektionen zu den illustren Persönlichkeiten der Horrorgeschichte passen.

Der böse Clown Pennywise trägt bei Murry einen der legendären MOSCHINO Sweater. Hannibal ein Jackett von WALTER VAN BEIRENDONCK. Und Frankenstein rockt einen dunkelgrünen Trenchcoat von JUUN. J.

Wir wissen nicht, wie Murray, der ursprünglich aus Irland kommt und derzeit in New York lebt, die Auswahl Horror-Anti-Held > Designer getroffen hat: purer Zufall, Aussehen oder charakterliche Eigenschaften, egal – sie sind großartig.

 

SPECIAL

 

Dandy Diary Rattenflitzen

David und mich eint neben der gemeinsamen, harten Arbeit hier bei DANDY DIARY vieles: wir standen beide auf unsere schwarzhaarige VWL-Lehrerin und auf Janine aus der ersten Reihe, waren in den 90ern BVB-Fans, lieben die kleinen 0,25-Liter Heineken-Flaschen und feurig scharfes veganes Essen, wir lesen beide immer sonntags den Spiegel und, und, und, und, und – es gibt da sehr viel. Und: wir hassen nichts mehr als Ratten.

Wobei Hass krass untertrieben ist. Wir haben eine gehörige Scheiss-Angst vor den Viechern, sodass David einst in einem Restaurant in Shanghai, in dem er während des Essens eine Ratte flitzen sah, kreischeind mit einem Satz auf den Tisch sprang, und ich mich in New York vor den Attacken meiner Geschwister in Acht nehmen muss, die sich einen höllischen Spaß daraus machen, gegen die überall rumliegenden Müllsäcke zu treten, in denen logischerweise immer mindestens eine fettgefressene Ratte hockt und dann panisch raus- und mir möglichst über den Fuß springt. Allein der Anblick einer Ratte führt bei uns sonst so harten Mode-Typen zu Schockstarre, spitzen Schreien, purer Verzweiflung und dem ein oder anderen peinlichen Sprung. Einer von uns hat sich vor Schreck und Todesangst sogar mal selbst angepinkelt. Wer das war, verraten wir der Fairness halber aber nicht.

Als wir dann neulich geschäftlich in Mumbai (Indien) waren, lauerte die bis dato härteste Prüfung in Sachen Ratten auf uns. Etwa die Hälfte der 12 Millionen Einwohner lebt in Slums, davon viele ohne festes Haus und somit ohne Wasser und ohne Toilette. Große Teile der Stadt gleichen einer Müllhalde: überall liegen Plastikmüll, Schrott, tote Katzen, undefinierbare braune Pfützen. Und es gibt erschreckend viele Ratten. Irrsinnig viele. Brutal viele. Ekelhaft viele.

Während die Menschen in Mumbai offensichtlich größere Probleme haben, als sich um die an allen Ecken hockenden, gemächlich futternden Ratten zu kümmern, standen wir idiotischen, verwöhnten Westler permanent unter Strom. Wir hatten saumäßig Schiss vor den Biestern – unseren ärgsten Feinden.

Um euch ungefähr eine Vorstellung davon zu geben, wie wir in dauernder Angst durch die engen Gassen Mumbais flitzten, um bloß nicht auf eine Ratte zu treffen, haben wir ein Video davon gedreht, das ihr euch hier anschauen könnt. Wir flitzen darin in atemberaubender Geschwindigkeit an den einzigen Ort, an dem es keine Ratten gab: ans Meer. Dort harrten wir drei Tage und Nächte aus, dem verdursten Nahe, und ließen uns dann von der goldenen Segelyacht eines befreundeten Trilliardärs abholen und zurück ins saubere, kalte und etwas weniger rattige Berlin fliegen.

 

 

Beim Rattenflitzen trugen wir Converse Chuck Taylor “Rubber” Schuhe, David eine Hose von Weekday und ein Shirt von Hugo Boss, ich Wifebeater und Hotpants von American Apparel.

Von: Jakob

 

FASHION SHOWS

TRENDS

LOOKBOOKS

INSTAGRAM

10748100_302982479899411_893788609_n

Bake in the sun Candy Dave! Pic by @tanzekind

VIDEO