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Lektion II: Die Hintertür

Auf die Shows der Berliner Fashion Week am Bebelplatz kommt man selbstverständlich auch ohne offizielle Einladung oder Ticket. Nachdem David schon seine Meisterdisziplin des Namedroppings beschrieben hat (die er übrigens in diversen internationalen Nachtclubs perfektioniert hat), widme ich mich heute der Hintertür.

Der Backstage-Eingang liegt auf der Rückseite des Fashion Week Zeltes (siehe Photo). Dort gehen Models, Stylisten, PR-Leute, Designer und alle anderen wichtigen Leute, die aber niemand wirklich kennt, ein und aus. Weil dort immer ein wahnsinniges Gewusel und jeder total wichtig ist, sind die Sicherheitskontrollen eher lax.

Es gibt drei gut funktionierende Möglichkeiten sich an der Hintertür Einlass zu verschaffen:

1. Ein Model begleiten. Die Models in Berlin sind meist sehr unerfahren, laufen grade ihre ersten Shows und schwänzen dafür die Schule. Damit sind sie die idealen Partners in Crime. Ihr schnappt euch eines der Mädchen, macht ihr schöne Augen, erzählt von den abgedrehtesten After Show Partys, knutscht ein bißchen mit ihr rum und schon wird sie euch zu Füßen liegen und wie selbstverständlich Hand in Hand mit euch durch den Backstage-Eingang reinmarschieren. Aufhalten wird euch dabei niemand, denn durch Size-Zero Optik gepaart mit Profi-Make Up sind die Models die Unantastbaren der Hintertür. Kein Security-Mensch würde so ein Mädchen aufhalten – auch nicht, wenn sie einen Lumpensammler wie dich an der Seite hat.

2. Der ausgeflippte Stylist. Hierfür werden in erster Linie drei Accesoires benötigt: Haarspray, Make Up-Köfferchen und schwarze Hornbrille. Außerdem solltet ihr selbst ziemlich abgedreht aussehen. Ausgestattet mit den Accesoires spaziert ihr einfach ganz schnell und total genervt durch den Backstage-Eingang. Sollte ein Security-Mensch versuchen euch aufzuhalten, greift Davids Taktik des Namedroppings – allerdings ausschließlich in französischer Sprache, der Authentizität wegen. Einmal im Backstage-Bereich angekommen, könnt ihr auch direkt das leere Köfferchen mit tausend tollen Lippenstiften, Cremes und anderen Sachen füllen. Damit lohnt sich die Hintertür gleich doppelt.

3. Selbst ein Model. Um selbst als Model durchzugehen und damit zur Kaste der Unantastbaren im Backstage-Bereich (zumindest in den Augen der Sicherheitsleute) zu zählen, benötigt ihr zuvorderst eine eher schmale Physiognomie. Size-Zero ist von Vorteil. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten, ihr könntet von aufgebrachten Blogger/innen verfolgt und verprügelt werden, weil ihr das “falsche” Schönheitsideal propagiert. Ausgestattet mit dem richtigen Körpergewicht, müsst ihr euch dann der jeweilig aktuellen Show etwas anpassen. Bei Patrick Mohr beispielsweise müsstet ihr euch eine Glatze rasieren und einen Fusselbart stehen lassen oder vorher zweieinhalb Jahre auf der Straße, respektive unter Brücken, gelebt haben. Bei Lena Hoscheck sind eine schwarze Perücke mit Pony und ein paar Bondage-Accesoires aus dem Kit-Kat-Club sinnvoll. Falls ihr grad keine solchen Sachen zur Hand habt, ist es ratsam ausschließlich in hautfarbener Unterwäsche zu erscheinen. Gerade im Winter werden die Security-Menschen sicherliche keine vor Kälte zitternden “Models” vor der Tür warten lassen.

Seid ihr mittels einer der Methoden in den Backstage-Bereich gelangt, ist der Front-Row-Platz nur noch einen Katzensprung entfernt. Ihr schleicht euch einfach über den noch abgeklebten Laufsteg nach vorn und setzt euch leicht genervt mit finsterer Miene in die erste Reihe. Niemand wird fragen, ob das euer Platz ist, denn immerhin scheint ihr zum Team zu gehören – warum auch sonst solltet ihr aus dem Backstage-Bereich kommen.

Photo: fashion-and-i.blogspot.com

TRENDS

 

Zeit die Geschlechtertrennung auf dem Catwalk zu überdenken!

Die Spring/Summer 2016 Menswear Shows markieren einen geschichtsträchtigen Wendepunkt.

Nie gab es so viele weibliche Models bei den Männermodewochen in London, Mailand und Paris zu sehen. Londons up- and coming Star Craig Green präsentierte erstmalig seine Mode auch an Frauen. In London ließen außerdem Nasir Mazhar, Kit Neale, Matthew Miller, Sibling und Burberry ihre Mode, auch, von weiblichen Models vorführen. Bei Coach stahlen gleich drei Supermodels den Male Models die Show: Binx Walton, Lexi Boling und Julia Bergshoeff.

Miuccia Prada machte schon durch ihre Einladung (Spring/Summer 2016 Men’s and Women’s Show) deutlich, dass ihre Designs während der Mailänder Modewoche gleichermaßen an Mann und Frau gezeigt wird. Den vorläufigen Höhepunkt erreichte das Gender Game bei Givenchy: Naomi Campbell lief für ihren langjährigen Buddy Riccardo Tisci und bescherte dem Givenchy Designer so einen Social Media Hit sondergleichen.

Über kaum eine Show (ausgenommen: Rick Owens “Kill Angela Merkel – Not”) wurde in Paris mehr gesprochen als Givenchy. Das lag nicht zuletzt an Naomi Campbell. Wobei wir schon bei einem nicht unwichtigen Grund wären, wieso immer öfter Designer bei ihren Menswear Shows Topmodels laufen lassen: Aufmerksamkeit!

Topmodels bei Menswear Shows sorgen unter Garantie, wie im Fall Givenchy, für Posts, Comments, Likes auf den Socials. Ein nicht unwichtiger Faktor in Zeiten, in den Social Social Media zum Key-Tool in der Kommunikation von Modemarken geworden ist.

Doch es gibt noch andere Gründe, warum immer mehr Frauen auf den Menswear Shows auftauchen. Es wird immer wichtiger die “Brand Identity” zu schärfen. Hierfür ist eine Unterteilung von Mann und Frau nicht förderlich. Bei Kampagnen wird schon lange gemixt, jetzt auch verstärkt auf dem Catwalk.

Dass Frauenmode auf Menswear Shows gezeigt wird, ist auch ein Indikator für das Erstarken des Männermode-Sektors, welcher im Vergleich zur Womenswear deutlich mehr Wachstum verzeichnet, gerade in im Luxussegment. Die Menswear Shows werden immer relevanter, daher auch immer wichtiger als Plattform für eine Marke.

Wenn ein Label schon Unmengen an Geld für eine Fashion Show ausgibt, dann ist es ein smarter Move, den Gästen, Presse, und VIP-Buyern der Show soviel ‘Marke’ wie möglich zu präsentieren.

Bei dem Umdenken von Marken bezüglich der Geschlechtertrennung bei den Catwalk Shows geht es in erster Linie um finanzielle, nicht um idealistische Gründe.

Ohne dass weitere Kosten für eine Fashion Show entstehen, können die Brands ihre Women’s Wear Pre-Collections (so bei Prada // Resort Collection) zeigen, deren Terminierung der Sales wunderbar mit den Menswear Shows zusammenpassen.

Das Überdenken der Geschlechtertrennung auf dem Catwalk ist somit auch eine Reaktion auf den sich immer schneller drehenden Modemarkt.

SPECIAL

NEWS

 

Fuppes: Dandy Diary Ultras beim adidas Fanatic Turnier

Beim gestrigen adidas FANATIC​ Fußball-Turnier in Berlin haben wir zwar kein einziges Spiel gewonnen, uns dafür aber dank britischem Zweitliga-Stil ‘ne Menge neue Feinde gemacht!

Das war super!

Hier im Mannschaftsbild logischerweise nur angeschnitten: unser Zeugwart, der Stilist Tim Neugebauer, der an der Linie das Zeug gewartet hat.

Den Dandy Diary Ultras-Ehrenpokal bekommt übrigens unser Abwehrrecke, der Fotograf Peter Kaaden​, der sich beim Foul am Gegenspieler den Fuß angebrochen und dann, mit gebrochenem Fuß auch noch nachgetreten hat. Sehr kämpferisch.

Liebe Freund von adidas: das nächste Mal wären wir gern wieder dabei. UND DANN HOLEN WIR DEN TITEL!! Oi!

Von: Jakob

LOOKS

FASHION SHOWS

 

Paris Men’s Fashion Week: KENZO SS 2016

Seit Carol Lim und Humberto Leon die kreative Leitung von KENZO übernommen, geht es ordentlich ab bei dem 1970 von Kenzo Takada gegründeten Modelabels.

Für ihre Spring/Summer 2016 Kollektion stellte sich das Designer-Duo, welches sich einen Namen mit ihrem Shop / Marke OPENING CEREMONY erstmalig einen Namen in der Branche machte, einen Mann vor, der unentdeckte Landschaften bereist. Die Silhouette der Kollektion ist boxy, locker, weit.

 

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Sooo proud Dandy Diary Ultras before we lost 4 games in a row at todays @adidasfanatic!